Infektionsgefahr

Coronavirus: TV-Star kündigt chinesischer Untermieterin

Coronavirus verbreitet sich weiter rasend schnell

Zehntausende Erkrankte und viele hundert Tote: Das Coronavirus hat sich über die ganze Welt verbreitet. In Teilen Chinas steht das öffentliche Leben still. Die Symptome ähneln einer Grippe.

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Die Angst vor dem Coronavirus breitet sich aus. Auch Vorurteile gegen Asiaten. Und machen auch vor einem deutschen TV-Star nicht Halt.

Berlin. Die Sorge um das neuartige Coronavirus breitet sich aus – ähnlich schnell wie die mysteriöse Lungenkrankheit, die der Erreger hervorruft. Proportional dazu scheinen auch die Vorurteile gegenüber asiatisch aussehenden Menschen zuzunehmen.

Die Angst vor dem Virus kann offenbar jeden treffen – und macht wohl auch vor deutschen Fernsehstars nicht Halt. TV-Schauspielerin Gabrielle Scharnitzky – bekannt unter anderem aus „Sturm der Liebe“ und „Verliebt in Berlin“ – soll eine Chinesin aus ihrer Wohnung geworfen haben. Die Studentin soll dort seit August 2019 zur Untermiete gewohnt haben. Kündigungsgrund: Angst vor dem Coronavirus. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

„Ich möchte nicht, dass du aus China in meine Wohnung zurückkommst und unsere Gesundheit gefährdest, denn der Corona Virus breitet sich schnell aus“, zitiert das Boulevardblatt aus dem Kündigungsschreiben Scharnitzkys.

Wegen Coronavirus: Deutscher TV-Star kündigt chinesischer Untermieterin

Demzufolge soll die chinesische Studentin der 63-Jährigen im Januar mitgeteilt haben, dass sie im Januar in ihre chinesische Heimatstadt Chengdu (mehr als 1100 Kilometer von Wuhan entfernt) fliegen wolle. Der „Bild“-Zeitung erklärte die Studentin, dass sie aber gar nicht nach China geflogen sei und ihre Vermieterin darüber auch aufgeklärt habe.

„Ich war nach der Kündigung so geschockt, dass ich mehrere Tage nicht mehr zur Uni gehen konnte. Diese Vorverurteilung, nur weil ich eine Chinesin bin, hat mich sehr getroffen“, erklärte sie.

Scharnitzky muss sich vor Ansteckungsgefahr schützen

Scharnitzky bestätigte gegenüber der Zeitung den Kündigungsgrund und erklärte, dass sie sich vor einer Ansteckungsgefahr durch einen Menschen schützen musste, „der aus einem virenverseuchten Gebiet zurückkehrt, bei mir ein- und ausgeht und damit meine Gesundheit und die Gesundheit meiner Besucher in Gefahr bringt“.

Dass ihre Untermieterin sich dabei nach eigenen Angaben gar nicht in dem besagten Gebiet aufhielt, scheint den TV-Star aber nicht weiter zu tangieren. Als Rassistin wollte sie aber nicht dargestellt werden, denn in ihrer Wohnung hätten in den letzten Jahren Menschen aus aller Welt gewohnt und sie hätte den Kontakt mit den unterschiedlichen Kulturen immer genossen.

Laut der Schauspielerin war die Angst vor dem Coronavirus auch nicht der einzige Kündigungsgrund. Denn die Studentin hätte sich in der Abwesenheit der 63-Jährigen nicht um deren Katze gekümmert – entgegen einer vorher getroffenen Absprache. Das bestreitet die Studentin aber.

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Die Angst vor dem Coronavirus führt in einigen Ländern zu Rassismus gegen asiatisch aussehenden Menschen. Auch in Deutschland nimmt die Diskriminierung zu. Der chinesische Arzt Li Wenliang hat als Erster wegen des Coronavirus Alarm geschlagen, letzte Woche starb er an den Folgen der Lungenkrankheit. Die Chinesen reagieren bestürzt und wütend.Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus können Sie in unserem Newsblog verfolgen. (gem)