Anklage

Kindesmissbrauch: Arzt in Österreich in 109 Fällen angeklagt

In Österreich wurde ein Arzt wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. (Symbolbild)

In Österreich wurde ein Arzt wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. (Symbolbild)

Foto: allOver/VSL / imago/blickwinkel

Ein Arzt aus Österreich wurde angeklagt, weil er 109 Jugendliche und Kinder missbraucht haben soll. Dem Urologen drohen 15 Jahre Haft.

Wels. Weil er mutmaßlich 109 Kinder und Jugendliche missbraucht haben soll, ist ein 57 Jahre alter Arzt in Österreich angeklagt worden. Von den missbrauchten Patienten sollen 40 jünger als 14 Jahre gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft Wels am Montag mitteilte.

Dem Urologen wird neben „teils schweren sexuellen Missbrauchshandlungen“ auch vorgeworfen, Personen zum Dreh von Porno-Videos von Minderjährigen angestiftet zu haben. Der 57-Jährige soll auch selbst ein pornografisches Foto eines Achtjährigen angefertigt haben, zudem habe er Kinder und Jugendliche mit Cannabis versorgt.

Missbrauch in 109 Fällen – Opfer haben „schwere Folgeschäden“

Laut einem Gutachten hätten mindestens drei der Opfer „schwere Folgeschäden“ davongetragen. Bei dem Arzt selbst wurde laut Staatsanwaltschaft eine Pädophilie festgestellt, „die den Grad einer schwerwiegenden psychischen Störung erreicht“.

Die Staatsanwalt teilte zu dem mit, sie habe aufgrund der Prognose, der Beschuldigte könne erneut strafbare Handlungen mit schweren Folgen begehen, zusätzlich zur Verurteilung die Unterbringung in einer Anstalt beantragt. Dem Mann drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Erste Missbrauchsfälle bereits im Jahr 2000

Die ersten Taten soll der Mann bereits im Jahr 2000 begangen haben, im Januar 2019 wurde er festgenommen – weil ein Opfer ihn angezeigt hatte. Die Ermittler durchforsteten die Patientenkartei des Arztes und stießen so auf weitere Opfer. Einige Vorfälle sollen sich auch außerhalb der Praxis ereignet haben, als Tatort wird unter anderem Ägypten angegeben.

Mitte Januar wurde in Deutschland ein neues Gesetz verabschiedet, dass es Ermittlern erleichtern soll, gegen Pädophile im Netz vorzugehen. Besonders die Missbrauchsfälle in Lüdge und Bergisch-Gladbach sorgten zuletzt deutschlandweit für Entsetzen.

(dpa/lhel)