La Gomera

Coronavirus auf Kanaren: Bayer vermisst in Quarantäne Bier

Coronavirus: Tausende Menschen auf Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne

Mehr als 3000 Menschen sitzen im Hafen von Yokohama fest: Japan stellt wegen eines Coronavirus-Verdachts ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne.

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Auf La Gomera ist ein deutscher Urlauber positiv auf das Coronavirus getestet worden. Einer seiner Begleiter schildert nun den Fall.

Berlin. Der auf der Kanareninsel La Gomera mit dem Coronavirus infizierte Deutsche ist nach Angaben der Behörden und seiner Reisebegleiter wohlauf. Seine vier Mitreisenden, bei denen sich der Verdacht nicht bestätigte, durften nun nach Tagen der Isolation das Krankenhaus wieder verlassen.

„Natürlich freuen wir uns jetzt total. Aber es bleibt natürlich der Wermutstropfen, dass unser Freund tatsächlich infiziert ist“, sagte Oliver Heinrich, der sich stellvertretend für die Gruppe auf einer Pressekonferenz den spanischen Medien stellte.

Coronavirus: Verdacht zunächst nicht ernst genommen

Man habe sich gut behandelt gefühlt im Krankenhaus. Auf die Frage, was er am meisten während der Quarantäne vermisst habe, antwortete Heinrich: „Ein Bier!“ Schließlich sei man aus Bayern. „Und das war eigentlich nicht okay, dass wir kein Bier bekommen haben“, scherzte Heinrich. Für einen Bayern sei dies das Schlimmste.

Heinrich schilderte vor Journalisten, wie sie die Tage erlebten und mit dem Verdacht umgegangen sind. Die Gruppe sei zwei Tage in Hermigua gewesen, wo sie ein Haus für den Urlaub angemietet hatten. Dann kam ein Anruf von den deutschen Behörden. „Den haben wir erst nicht allzu ernst genommen“, sagte Heinrich.

Deutsche mit Corona-Verdacht: „Niemand von uns hatte Symptome“

Doch am zweiten Tag sei bereits eine „Taskforce“ gekommen und habe die fünf Deutschen mitgenommen. „Wir waren natürlich sehr nervös“, sagte Heinrich. In Deutschland war bekannt geworden, dass mindestens einer der Reisenenden mit einem Infizierten in Kontakt war.

Doch ernst genommen habe den Verdachtsfall zunächst keiner von der Urlaubergruppe. „Wir haben gedacht: Das müssen wir halt jetzt überprüfen. Aber es wird nicht der Fall sein“, berichtete Heinrich weiter. Es habe nie Symptome bei einem der Gruppe gegeben. Auch der positiv auf das Coronavirus getestete Freund sei wohlauf. „Es geht ihm gut! Uns allen.“

China gehen die Mundschutzmasken aus
China gehen die Mundschutzmasken aus

Freunde und Familie gingen gelassen mit Situation um

Freunde und Familie gehen gelassen mit der Situation um. Sie seien der Meinung, dass der Fall hochgespielt werde. „Auf der ganzen Welt wird viel zu viel Tamtam gemacht“, sagte Heinrich. So sei das einzige Problem in der Situation der Druck der Presse gewesen. „Wir haben unsere Gesichter überall gesehen.“ Nichts sei verpixelt gewesen. „Das war natürlich unschön“ sagte Heinrich und bat nun um Zurückhaltung.

Der Verdachtsfall der Deutschen war der erste in Spanien. Entsprechend groß war das Medieninteresse. So war auch ein Mitschnitt der Pressekonferenz auf dem Internetportal von „Canarias7“ verbreitet. Ob die Gruppe dennoch noch einmal nach La Gormera kommen würde? „Wenn sie uns noch einmal lassen“, sagte Heinrich ironisch. (ap)

Zahl der Coronafälle steigt weiter

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das neue Coronavirus ist in China wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. In Deutschland werden bislang zwölf Infizierte behandelt. Einige Deutsche, die aus Wuhan zurückgeholt wurden, wurden direkt isoliert.

Für acht deutsche Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“, das vor Yokohama in Japan vor Anker liegt, gab es Entwarnung. Zwar wurden zehn Virusfälle unter Passagieren entdeckt, aber die Deutschen waren nicht darunter. Verfolgen Sie die Entwicklung in unserem Newsblog zum Coronavirus. Über das wirkliche Ausmaß der Epidemie gibt es Zweifel: Vertuscht China dies mit den offiziellen Fallzahlen?