Onlinedienst

Snapchat-Notruf: Polizei findet entführte 14-Jährige

Ein entführtes Mädchen konnte über die App Snapchat Hilfe rufen – und gerettet werden (Symbolfoto).

Ein entführtes Mädchen konnte über die App Snapchat Hilfe rufen – und gerettet werden (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/Eibner

Eine 14-Jährige wird von drei Männern entführt. Sie alarmiert Freunde – mit der App Snapchat. Die Freunde verständigen die Polizei.

San José. 
  • Viele denken, Snapchat sei nur ein alberner Zeitvertreib
  • Tatsächlich hat die App in Kalifornien zur Rettung einer 14-Jährigen beigetragen
  • Sie war entführt worden, die Täter hatten sie sexuell missbraucht
  • Ihre Nachricht an Freunde half der Polizei, sie zu finden

Der einstige Hype um Snapchat hat sich längst gelegt, im US-Bundesstaat Kalifornien ist die App für ein entführtes Mädchen aber zur Rettung geworden. Die 14-Jährige setzte über den Onlinedienst einen Hilferuf an ihre Freunde ab – und konnte so von der Polizei gefunden werden.

Das Mädchen habe ihre Freunde am Dienstag über die App alarmiert, wie die Polizei der Stadt San José am Freitag mitteilte. Die Freunde hätten so den Aufenthaltsort, ein Motel in der Stadt, herausgefunden und sich an die Polizei gewandt.

Am Motel konnte die Polizei am Dienstag zunächst einen Verdächtigen festnehmen. Zwei weitere Männer wurden am Mittwoch festgenommen.

Hilferuf per Snapchat: 14-Jährige unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht

Das Mädchen wurde offenbar mehrfach sexuell missbraucht: Ein 55-jähriger Verdächtiger hatte die 14-Jährige nach Polizeiangaben vor der Entführung getroffen und ihr Drogen verabreicht. Der 55-Jährige habe dann zwei weitere Verdächtige herbeigerufen.

Zusammen zerrten sie das Opfer in ein Fahrzeug, wo sie von dem 55-Jährigen mutmaßlich vergewaltigt wurde. Anschließend seien sie in das Motel gefahren. Dort sei die 14-Jährige erneut missbraucht worden.

Apps und Online-Dienste – Mehr zum Thema:

Um Snapchat ist es ruhig geworden. Die App galt einst als Herausforderer für Facebook. Aber selbst eine Snapchat-Umgestaltung hat nicht geholfen. Die Aktie sank 2018 auf ein Rekordtief. Zur Konkurrenz für Facebook, Whatsapp und Co. wird heute eher Tik Tok. Derweil gerät Facebook immer häufiger in die Kritik. Laut einer Studie macht etwa zu viel Facebook unglücklich und radikal. (jkali/AFP)