Familientragödie in Spanien

Familie stirbt in Hotelpool in Spanien – Tod gibt Rätsel auf

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In diesem Pool ertranken Vater, Sohn und Tochter.

In diesem Pool ertranken Vater, Sohn und Tochter.

Foto: JON NAZCA / Reuters

In Spanien sind ein Vater und zwei seiner Kinder ertrunken. Der Vater und der Sohn wollten wohl der Tochter helfen.

Madrid. 
  • Gleich drei Familienmitglieder starben an Heiligabend in einem Pool eines Hotels in Spanien
  • Doch unterschiedliche Aussagen sorgen für Wirbel
  • Darum geht es: Die Polizei hat den Pool wieder freigegeben – auch das Hotel gibt an, dass die Poolpumpe nicht defekt sei
  • Dem gegenüber stehen Aussagen eines Mitarbeiters, der bei einem Rettungsversuch Probleme hatte, wieder aus dem Pool zu kommen
  • Bei allen getöteten Familienmitgliedern soll es sich um Nichtschwimmer handeln

In einem Hotelpool im spanischen Ort Mijas an der Costa del Sol sind an Heiligabend drei Mitglieder einer britisch-amerikanischen Familie ertrunken. Die Familientragödie ereignete sich, nachdem die neunjährige Tochter in einem Hotelpool in Not geraten war.

Der Vater (52) des Mädchens und sein 16-jähriger Sohn, beide etwa 1,90 Meter groß, versuchten der Neunjährigen zu helfen, gerieten jedoch selbst in eine Notlage. Alle drei Mitglieder der fünfköpfigen Familie ertranken in dem Pool im Süden Spaniens. Die Ursache sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Man schließe „ein Problem mit der Pumpe aber nicht aus“, sagte der Polizeisprecher.

Wie spanische und britische Medien berichten, sollen jedoch alle drei Todesopfer Nichtschwimmer gewesen sein. Die spanische Zeitung „Sur“ bezieht sich auf Aussagen einer überlebenden Tochter der Familie.

Die Leitung des Hotelresorts Club la Costa teilte mit, die zuständige Polizeieinheit habe nach einer eingehenden Inspektion keine Probleme an der Sauganlage entdeckt und am Donnerstag die Wiedereröffnung des Pools gestattet.

Spanien: Vater und Sohn wollten Tochter aus Pool retten

Die Familie hatte sich bereits seit einigen Tagen in Mijas unweit von Málaga aufgehalten. Die Regionalzeitung „Sur“ und andere Medien hatten unter Berufung auf Augenzeugen von dem Drama berichtet. Urlauber und Hotelangestellte hätten demnach einen Notruf abgesetzt.

Die Mutter hatte verzweifelt um Hilfe gerufen, wie es hieß. Hotelangestellte eilten herbei, die Verunglückten wurden aus dem Wasser gezogen. Wiederbelebungsmaßnahmen seien aber erfolglos geblieben, teilte die Leitung des Club la Costa mit.

Wie die Regionalzeitung „Sur“ am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden berichtete, wurde im Saugrohr die Schwimmkappe der Neunjährigen gefunden. Ein Hotelangestellter, der ins Wasser gesprungen sei, um den in Not geratenen Gästen zu helfen, habe zudem ausgesagt, er habe Probleme gehabt, wieder aus dem Pool zu kommen, so das Blatt. Allerdings sei nach dem Unglück bei einer Überprüfung des Saugsystems durch die Polizei kein Defekt entdeckt worden.

Reanimation erfolglos – Autopsie bestätigt Ertrinken

Die Leitung des Hotelresorts Club la Costa teilte mit, Angestellte und ein Arzt des Resorts seien den Gästen nach den ersten Hilferufen von Augenzeugen sofort zu Hilfe gekommen. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben aber erfolglos.

Psychologen kümmerten sich um geschockte Augenzeugen, insbesondere um die Mutter und ihr drittes Kind.

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Die Mutter habe die aus dem Wasser geborgenen leblosen Körper berührt und die ganze Zeit gebetet, dass die drei wieder zu sich kommen, berichtete ein Hotelgast der britischen Zeitung „Mirror“. „Sie hat sogar noch gebetet, als die Leute von der Ambulanz mit den Wiederbelebungsmaßnahmen aufgehört haben.“

Ein anderer Hotelgast sagte dem britischen Nachrichtensender Sky News, er könne nicht nachvollziehen, wie etwas so Tragisches passieren konnte. Der Pool sei nicht groß gewesen.

Alle drei Opfer wurden am Mittwoch in Málaga einer Autopsie unterzogen. Dabei sei Ertrinken zweifelsfrei als Todesursache ermittelt worden. Keine der Leichen weise verdächtige Verletzungen oder Anzeichen einer Vergiftung etwa durch Chlor auf, sagte ein Polizeisprecher.

Ertrinken: Video zeigt, wie die Rettung geht

Wie man jemanden vor dem Eintrinken rettet, zeigt dieses Video:

Wie rettet man jemanden vor dem Ertrinken?
Wie rettet man jemanden vor dem Ertrinken?

Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen in Hotelpools

Aufgrund von defekten Saugrohren ist es bereits mehrfach zu Unfällen in Pools gekommen. So starb eine zwölfjährige Russin im vergangenen Sommer in einem Hotelpool in der Türkei, als ihr Arm von einer Pumpe angesaugt wurde. Erst nach 15 Minuten konnte das Mädchen befreit werden. Sie wurde reanimiert, starb aber Tage später an den Folgen.

Im Sommer 2011 war ein 13 Jahre altes Mädchen aus Deutschland auf ähnliche Weise in einem nicht zugelassenen Hotelpool in Bulgarien tödlich verunglückt. Bei vielen Eltern gilt Ertrinken dazu als eine unterschätzte Gefahr. (dpa/ac)