Veranstaltung

Bundespresseball zum Thema Klimaschutz – Mehr als 2000 Gäste

Das war der Bundespresseball 2019

Etwa 2000 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft kamen am Freitag zum Bundespresseball im Hotel Adlon. Das Motto dieses Jahr: Wandel.

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Rund 2000 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft kamen am Freitag zum Bundespresseball im Hotel Adlon.

Berlin. 4000 frische Austern, 6000 Sushi Rollen und über 100 Köche. Mehr als 2000 Journalisten, Politiker und Wirtschaftsvertreter feierten am Freitagabend beim Bundespresseball im Berliner Luxushotel Adlon. Prominentester Gast war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der am Abend den Eröffnungswalzer tanzte.

Unter den Gästen auf dem Roten Teppich nahe dem Brandenburger Tor waren auch Minister wie Jens Spahn (Gesundheit, CDU), Franziska Giffey (Familie, SPD) und Hubertus Heil (Arbeit, SPD).

Das aktuelle Motto „Wandel“ verrät jedoch: Es wird zwar traditionell ausgelassen gefeiert, aber nicht auf Kosten der Umwelt. Erstmals in der Geschichte ist der Bundespresseball klimaneutral.

Bundespresseball – Tradition trifft Moderne

Wie die Tradition es will, eröffnete der Vorsitzender der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz, den Abend. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben an diesem Abend bereits zum dritten Mal die Ehre. Ebenfalls traditionell: Die Absage der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bereits zu ihrem ersten Bundespresseball als frisch gekürte Kanzlerin im Jahr 2005 war Merkel nicht erschienen.

In diesem Jahr waren unter anderem dabei:

  • Jens Spahn
  • Claudia Roth
  • Konstantin von Notz
  • Annalena Baerbock
  • Katrin Göring-Eckardt
  • Gerhard Schröder
  • Volker Bouffier
  • Franziska Giffey
  • Svenja Schulze
  • Andrea Sawatzki
  • Hubertus Heil

Umweltfreundlicher Konsum

Der Bundespresseball ist eine traditionsträchtige Veranstaltung. Doch das bedeutet nicht, dass er sich nicht weiterentwickeln könne. Unter dem Motto „Wandel“ haben die Veranstalter es sich zur Aufgabe gemacht, die CO2 Emissionen der Feierlichkeiten erstmals komplett zu kompensieren. „Eine rauschende Ballnacht und der Klimaschutz sind kein Widerspruch“, sagen auch die Geschäftsführer der Bundespresseball GmbH, Mathias Feldhoff und Tim Szent-Iványi.

Insgesamt 316.800 Kilogramm Kohlenstoffdioxid sollen für die Anreise der Gäste, die Anlieferung der Getränke und Speisen und den Energieverbrauch des Hotels an diesem Abend ausgestoßen werden. Um diese große Menge an CO2 kompensieren zu können, unterstützt der Bundespresseball zwei Projekte, die zur CO2-Reduktion beitragen sollen. So solle mit einem Projekt die industrielle Abholzung des Amazonas-Regenwaldes im peruanischen Tambopata eingedämmt werden; mit dem zweiten sollen Familien im indischen Raichur mit klimagerechten Kochöfen unterstützt werden.

Auch die am Ballabend selbst verwendeten Materialien seien nachhaltig. So sei beispielsweise der 70 Meter lange rote Teppich aus Plastik aus den Weltmeeren gefertigt und die Einlassbändchen aus recycelten PET Flaschen. Dadurch, dass die Getränke mit Glasstrohhalmen ausgestattet sind, könnten ca. 20.000 Plastikstrohhalme eingespart werden.

Ein besonderes Special des Abends sind nachhaltigen Abendkleider, die von Studierenden der Hochschule Niederrhein designt und auf der Feier getragen wurden. So sollen sie nicht nur aus nachhaltigen Materialien und Techniken entwickelt worden sein, sondern greifen auch thematisch Probleme wie die Verschmutzung der Weltmeere auf.

Preis für außerordentliches journalistisches Engagement

Der diesjährige Preis der Bundespressekonferenz geht an den polnischen Journalisten Jacek Lepiarz. „Jacek Lepiarz hat mit seiner langjährigen Arbeit als Journalist einen großartigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis von Polen und Deutschen geleistet“, begründet Gregor Mayntz die Entscheidung.

Lepiarz hat unter anderem aus dem Warschauer dpa-Büro für Deutschland und umgekehrt aus Deutschland für die polnische Nachrichtenagentur Polska Agencja Prasowa für Polen berichtet. Seit dem Aufstieg der polnischen PiS-Partei ist das Klima in Polen, in dem Journalisten arbeiten müssen, deutlich rauer geworden.

Ein besonderes Jubiläum

In diesem Jahr feiert der Bundespresseball gleich zwei Jubiläen. Denn bereits vor rund 70 Jahren wurde die Bundespressekonferenz gegründet. Im Rahmen dieses weltweit einzigartigen Formates laden Journalisten Vertreter der Bundesregierung, der Wirtschaft und Verbänden ein, um sie zu drängenden gesellschaftlichen Themen direkt zu befragen.

Das zweite Jubiläum ist eines, das der Bundespresseball gemeinsam mit dem Hotel Adlon feiert. Denn in diesem Jahr werden die Feierlichkeiten in den Räumen des fünf Sterne Hotels bereits zum fünften Mal abgehalten.

Auf dem Ball geht es natürlich auch um Politisches, auch wegen der anstehenden Entscheidung über die SPD-Spitze. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ist sich dem Wandel in ihrer Partei angesichts der Wahl der neuen Vorsitzenden bewusst, sieht dem aber gelassen entgegen, wie sie auf dem Bundespresseball betont. Den werde sie erstmal genießen. Wie abschließend gewählt wird, ist für Giffey zweitrangig. „Ich finde wichtig, dass egal wie die Entscheidung ausgeht, die SPD zusammensteht. Denn so können die Sozialdemokraten einen positiven Unterschied in dieser Regierung machen.“

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die eine der ersten Gäste ist, gibt sich gut gelaunt und gelassen trotz der nahenden Grundsatzentscheidung der SPD. Die Vorsitzendenwahl sei ein Zeichen dafür, dass die Partei noch demokratischer sein will. „Ich hoffe, dass das die SPD noch attraktiver macht“, sagt Schulze.

Den größten politischen Wandel sieht Claudia Roth indes im Miteinander. „Der Umgangston wird immer gehässiger und aggressiver in der Politik aber auch gegen Journalisten. Es geht nicht, dass Politiker und Journalisten Angst um ihr Wohlergehen haben müssen, nur weil sie ihrer Arbeit nachgehen.“