Pädagogik

Forscherin warnt vor „Original Play“-Methode in Kitas

 Forscher warnen vor dem Pädagogikkonzept „Original Play“.

Forscher warnen vor dem Pädagogikkonzept „Original Play“.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Beim Pädagogikkonzept „Original Play“ rangeln und raufen Kinder mit fremden Erwachsenen. Unter Forschern ist die Methode umstritten.

Hamburg. Bildungsexperten warnen vor der umstrittenen therapeutischen Spielmethode „Original Play“. „’Original Play’ ist wissenschaftlich und entwicklungsbiologisch nicht fundiert“, sagte Bindungsforscherin und Psychologin Fabienne Becker-Stoll. Das Programm laufe „allen seelischen und physischen Grundbedürfnissen von Kindern zuwider“, sagte die Leiterin des bayerischen Staatsinstituts für Frühpädagogik der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Bei dem von dem US-Amerikaner Fred Donaldson entwickelten Pädagogikkonzept rangeln und raufen Kinder mit fremden Erwachsenen, es kommt zu engem Körperkontakt. 2018 soll es im Rahmen von „Original Play“ in einer evangelischen Kita in Berlin-Kreuzberg zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen aus Mangel an Beweisen eingestellt.

„Original Play“ – Expertin ermahnt Kitas zur Prüfung von Angeboten

Psychologin Becker-Stoll bewertete das Konzept kritisch: „Gesund entwickelte Kinder suchen keinen Körperkontakt mit Fremden“, sagte sie der Zeitung. Kinder regulierten ihre Emotionen stattdessen innerhalb vertrauter Bindungsbeziehungen. Nur so könnten sie Sicherheit tanken.

Kitas seien verpflichtet, sehr verantwortlich zu prüfen, welche Angebote sie in ihre Arbeit aufnehmen, sagte Becker-Stoll dem Bericht zufolge. Zudem müsse sichergestellt werden, dass nur qualifizierte pädagogische Kräfte mit den Kindern in Kontakt kommen.

In einer Kita in Frankfurt ereignete sich vor einigen Tagen indes ein tragisches Unglück: Ein Kita-Junge starb, weil er sich offenbar einen tödlichen Stromschlag zugezogen hatte. (dpa/les)