Ex-Tennisstar

Insolvenzauflagen verlängert: Jetzt spricht Boris Becker

Boris Becker: Das sagt er jetzt zu seiner Insolvenz
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Boris Becker hat der Verlängerung seiner Insolvenzauflagen um 12 Jahre zugestimmt. Auf Twitter stellt der Ex-Tennisstar einiges klar.

London. Angebliche Schulden von 61,5 Millionen Euro, der skurrile Versuch, über einen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik Immunität zu erlangen, die Zwangsversteigerung seiner Pokale – die Insolvenz von Boris Becker (51) sorgt seit 2017 immer wieder für Schlagzeilen. Nun wurde bekannt: Die Insolvenzauflagen gegen den früheren Tennisstar sollen nun um 12 Jahre verlängert werden. Auf Twitter äußert sich Becker selbst.

Am Dienstag hatte die zuständige britische Behörde, der Insolvency Service, auf der Website der britischen Regierung mitgeteilt, dass sich Becker den Einschränkungen für zahlungsunfähige Personen in Großbritannien noch bis zum 16. Oktober 2031 unterwerfen muss. Dazu gehört beispielsweise die Pflicht, ab einer Darlehenshöhe von 500 Pfund (ca. 580 Euro) den Darlehensgeber über seinen Status zu informieren.

So wurde Boris Becker zur Tennis-Legende
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Boris Becker ließ im Insolvenzverfahren Fristen verstreichen

Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, Becker habe „der Verlängerung einzelner Insolvenzauflagen bis 2031 einvernehmlich zugestimmt“. Das bedeute aber nicht, „dass sich das gesamte private Insolvenzverfahren bis 2031 verlängert“.

Ein Sprecher der Insolvenzbehörde sagte der dpa, Becker sei mit dem Schritt einer möglichen gerichtlichen Anordnung zuvorgekommen. Als Begründung für die Verlängerung der Insolvenzauflagen hieß es, der dreimalige Wimbledon-Sieger habe Transaktionen aus der Zeit vor und nach dem Insolvenzverfahren in Höhe von 4,5 Millionen Pfund (umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro) nicht ordnungsgemäß gemeldet.

Becker-Anwalt Moser merkte dazu an, der ehemalige Tennis-Profi habe dem Insolvenzverwalter keine Vermögenswerte „unterschlagen oder verheimlicht“. Er habe diese Vermögenswerte – „die ihm allerdings nach seiner Auffassung gar nicht zustehen“ – lediglich zu spät angegeben.

Verlängerung der Insolvenzauflagen: Becker äußert sich auf Twitter

Von verpassten Fristen spricht Becker auch in seiner Stellungnahme auf Twitter. Dort äußerte er sich in drei Tweets zur Sache. „Fakt ist, dass ich 12 Jahre kein Geschäftsführer einer englischen Firma sein darf, aufgrund einer verpassten Deadline von Infos meinerseits!“, schreibt er, und weiter: „Es hat sich nichts geändert an der Tatsache, dass ich Hauptgläubiger (Bank) komplett befriedigt habe (full/final settlement) und ich guter Dinge bin, die Schuld an die restlichen Gläubiger (sechsstellig) bis Weihnachten zu begleichen!“ Das wäre laut Becker das Ende des Insolvenzverfahrens.

Boris Beckers Pokale wurden zwangsversteigert

Becker war 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Eigentlich können Insolvenzverfahren in dem Land bereits nach einem Jahr abgeschlossen werden. Noch im Sommer hatte sich Beckers Vermögensverwalter nach einer Zwangsversteigerung, bei der seine Pokale unter den Hammer kamen, optimistisch gezeigt, dass das Verfahren bald abgeschlossen sein kann.

Damals hatte der Insolvenzverwalter die Trophäen und andere Erinnerungsstücke von Boris Becker versteigert. Ausgerechnet Oliver Pocher, mit dem der Ex-Tennisstar mehrfach aneinander geraten war, schlug zu und ersteigerte Becker-Pokale „für den guten Zweck“. (jkali/dpa)