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Das hat Seeed-Sänger Peter Fox AfD-Wählern zu sagen

Der Musiker Peter Fox und die Band Seeed haben am 4. Oktober ihr neues Album „Bam Bam“ veröffentlicht.

Der Musiker Peter Fox und die Band Seeed haben am 4. Oktober ihr neues Album „Bam Bam“ veröffentlicht.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Seeed und Band-Frontmann Peter Fox sind auf ihrem neuen Album „Bam Bam“ politisch wie nie. Und finden deutliche Worte für AfD-Wähler.

Berlin.  Nach dem Tod ihres Frontmannes Demba Nabé haben Seeed („Ding“, „Dickes B“) mit ihrem Sänger Peter Fox nun ihr neues fünftes Studioalbum „Bam Bam“ (Warner) veröffentlicht. Und auf diesem bekennen sie politisch sehr deutlich Farbe.

So singt Fox im Song „Komm in mein Haus“ über Offenheit. „Der Song ist zu einer Zeit entstanden, als das Flüchtlingsthema ganz groß war. Aber der Song geht darüber hinaus und meint, dass man immer eine offene Tür und Ohren haben sollte, um mit anderen in Kontakt zu kommen. Er richtet sich genauso an AfD-Wähler wie an syrische Asylanten“, erklärte der Berliner Künstler gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“.

Seeed-Sänger Peter Fox glaubt zu wissen, wie AfD-Wähler ticken

Deutschland sei heute allgemein sicher nicht mehr so „deutsch“ wie in den 1960ern, so Peter Fox weiter. Doch auch die Gegentendenzen würden stärker. „Ich würde sagen, Deutschland ist einerseits lockerer und andererseits unlockerer geworden. Wobei ich glaube, dass viele, die die AfD wählen, nicht unbedingt etwas gegen deutsche Kinder haben, deren Vater aus Guinea kommt, sondern eher gegen Einwanderer aus dem Libanon oder Syrien.“

Schulz - AfD ist Schande für Deutschland
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Musikalisch von Frontmann Nabé Abschied genommen haben Seeed mit der bereits veröffentlichten Single „Ticket“, die auch das neue Album eröffnet. Seeed-Frontmann Demba Nabé alias Boundzound war im Mai 2018 gestorben. Wenige Wochen später teilte die Band mit, dass sie trotz des Verlusts als Seeed weitermachen wollten.

Neues Seeed-Album „Bam Bam“ zeigt sich vielfältig

Bereits dieses Stück, aber auch der folgende Song „Lass sie gehn“ oder das soeben erschienene „G€ld“ stehen für das bewährte Gespür der Band, mit ihren Beats direkt auf die Beine zu zielen.

Seeed- „Lass Sie Gehn“

Gleich viermal haben sich Seeed musikalische Verstärkung für das Album geholt. Der Hip-Hop-Musiker Trettmann ist bei „Immer bei dir“ dabei, für „Lass das Licht an“ konnte man Deichkind gewinnen, die Rapperin Nura ist auf „Sie ist geladen“ zu hören, Salsa 359 hat „Love Courvoisier“ mitgestaltet.

Entsprechend vielfältig zeigt sich „Bam Bam“. Stilistisch steht diese Band ohnehin für extrem viel Abwechslung. Auch das neue Album bringt wieder eine gut hörbare Mischung mit Dub, Hip-Hop, Dancehall, Afro-Trap und Reggae zusammen.

Dazu werden bei „What A Day“ noch dramatische Violinen und schicksalsschwere Streichbässe mit verspielten Cembalo-Tönen vermengt.

Die Band ist derzeit auf Tour. Da der Andrang auf Tickets so groß war, kündigten Seeed Anfang des Jahres Zusatzshows an.

(cro/dpa)