Königshaus

Prinz Harry begeht einen Tabubruch – und wird gefeiert

Sie füllen Zeitungen und Klatschblätter: die britischen Royals. Doch wer ist wer im englischen Königshaus.

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Kurz vor seinem 35. Geburtstag sorgt der britische Thronfolger gezielt für Schlagzeilen. Welchen Anteil hat Meghan daran?

London. Er ist der beliebteste Royal, gleich nach der Queen: Prinz Harry, der am Sonntag seinen 35. Geburtstag feiert, könnte sich zufrieden zurücklehnen. Nach seiner Heirat mit der amerikanischen Schauspielerin Meghan Markle und der Geburt seines Sohnes Archie im Mai sind seine Popularitätswerte stetig nach oben geklettert. Doch jetzt bläst ihm der Wind ins Gesicht.

Es geht um eine kleine Geste und noch so viel mehr. Fangen wir mit der Geste an, die einem Tabubruch gleich kommt. Bei einem Empfang zu den „Invictus Games“ wurde Prinz Harry mit einem Wagen vorgefahren und schloss nach dem Aussteigen die Autotür selbst.

Ein Eklat, weil er damit das strenge Protokoll des englischen Hofs gebrochen hat. Die Regeln bestimmen eigentlich, dass ein Angestellter die Tür für ihn schließen muss. Wie viel Anteil an diesem Tabubruch hat seine Frau Meghan, hat sie ihm diese kleine Rebellion eingeflüstert?

Prinz Harry und der gezielte Tabubruch – was dahinter stecken könnte

Den Briten gefällt es. Laut der britischen Medienseite „Express“ feierten ihn seine Fans für seine „bescheidene“ Geste. Die Zeitung wertet das als „royale Bombe“, die Harry hat platzen lassen. Und dass er seine Ehefrau, die regelmäßig das Protokoll breche, dabei kopiere. Doch einer Frau wird die ganze Sache sicher nicht gefallen. Der Queen. Denn es ist nicht das erste Mal, dass der Prinz seit der Eheschließung auf diese Art auffällt. Früher sorgte er durch seine lauten, teilweise geschmacklosen Partyexzesse für miese Schlagzeilen, heute durch den gezielten Verzicht auf Regeln.

Auch habe er kürzlich Königin Elizabeth II. brüskiert, wird ihm vorgeworfen, nachdem Harry und seine Frau eine Einladung der Queen mit fadenscheinigen Argumenten ausgeschlagen haben. Und der einflussreiche Kolumnist Piers Morgan griff den Prinzen als „Heuchler-Harry“ an, weil er Ökotourismus predige, aber selbst am liebsten in Privatjets fliegen würde.

Harry und Meghan brüskieren die Queen

Es ist nicht klug, das Familienoberhaupt vor den Kopf zu stoßen.

Jedes Jahr verbringt die Queen ihre Sommerferien auf Schloss Balmoral in Schottland und freut sich, wenn ihre Kinder, Enkel und Urenkel sie dort besuchen kommen.

Doch in diesem Jahr hatten Harry und Meghan keine Lust, der Chefin der Firma ihre Aufwartung zu machen. Sie gaben als Grund an, „zu beschäftigt“ zu sein, außerdem sei Baby Archie „zu jung“. Es war eine lahme Ausrede.

Mit Söhnchen Archie auf Ibiza

Anfang August hatten der Herzog und die Herzogin von Sussex den damals gerade zwei Monate alten Archie zu einer Party auf Ibiza mitgenommen. Und als Meghan am letzten Freitag für einen Kurztrip nach New York flog, um ihre Freundin Serena Williams Tennis spielen zu sehen, machte sie damit klar, wo ihre Prioritäten liegen.

Die Queen auf Balmoral zu besuchen, wo es zu den Vergnügungen gehört, auf die Jagd zu gehen und Moorhühner zu schießen, ist für die Tierschützerin Meghan kein Vergnügen. Und auch nicht etwas, was sie ihrem Ehemann erlauben will.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Das Herzogspaar hatte sich auch anlässlich der Taufe von Archie kritische Töne gefallen lassen müssen. Die beiden hatten die Feier im Juli in einer Kapelle auf Schloss Windsor mit nur 25 Gästen ganz privat aufgezogen und wollten partout nicht das öffentliche Interesse bedienen. Weder Gästeliste noch die Namen der Taufpaten wurden verraten. Fotografen hatten keinen Zutritt.

Der Buckingham-Palast veröffentlichte hinterher zwar zwei Fotos

, doch die Fans waren enttäuscht. Wer sich, so der Vorwurf an das Herzogspaar, auf Staatskosten seine Residenz, das Frogmore Cottage in Windsor, für umgerechnet mehr als 2,5 Millionen Euro renovieren lässt, habe auch eine gewisse Bringschuld. Da reiche es nicht, auf die Privatsphäre zu verweisen und die Öffentlichkeit von Ereignissen wie der Archie-Taufe auszuschließen.

Blößen in der Klima-Debatte

Prinz Harry hatte sich zudem im Kontext der Klima-Debatte Blößen gegeben. Er wolle aus Klimaschutzgründen nicht mehr als zwei Kinder haben, erklärte er in einem Interview.

Und auf seinem Instagram-Account predigte der Prinz den Umweltschutz: „Mit fast 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde macht jede noch so kleine Entscheidung, jeder Fußabdruck, jedes Tun und Lassen einen riesigen Unterschied.“

Zu dumm nur, dass Harrys eigener CO2-Fußabdruck nicht unerheblich ist. Wer beispielsweise mit Privatjet reist, verursacht pro Kopf, verglichen mit einem Linienflieger, eine mindestens zehnmal so hohe Kohlendioxid-Belastung. Und der Prinz fliegt bevorzugt privat. Jetzt ist von „Dirty Harry“ die Rede.

Kritik an Reisen im Privatjet

Der Royal versuchte sich zu rechtfertigen, indem er auf „die einzigartigen Umstände“ hinwies, um die Sicherheit seiner Familie zu gewährleisten. „99 Prozent meiner Reisen um die Welt“, so Harry bei einer Ökotourismus-Konferenz Anfang September, geschähen mit Linienfliegern.

Doch das gelte als Übertreibung, so die „Times“. Er fliege vielmehr schon sein ganzes Leben häufiger mit Privatjet oder Charter-Maschine als mit kommerziellen Fluglinien. Jetzt kratzt der Vorwurf der Doppelmoral am Image des Herzogs. Öffentlich die Einhaltung der Klimaziele zu fordern, aber privat anders zu handeln, macht einen schlechten Eindruck.