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China will offenbar Touristen mit Smartphone-App ausspähen

Späht China Touristen aus Kirgistan mit einer speziellen Smartphone-App aus? (Symbolbild)

Späht China Touristen aus Kirgistan mit einer speziellen Smartphone-App aus? (Symbolbild)

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Kontakte, SMS, Standorte: Mit einer Smartphone-App will die chinesische Regierung offenbar Touristen ausspähen. Allerdings nicht alle.

Berlin. Mit einer App will die chinesische Regierung offenbar Touristen ausspähen. Das berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ nach einer gemeinsame Auswertung mit dem NDR, der britischen Tageszeitung „Guardian“, der „New York Times“ und der Fachpublikation „Vice Motherboard“.

Demnach will die Regierung Touristen bei der Einreise eine Überwachungs-App auf deren Smartphones installieren. So sollen die Menschen ausgespäht werden. Laut „SZ“ greift das Programm „Fengcai“ (Sammelnde Honigbienen) auf Informationen wie Kontakte, Kalendereinträge, SMS, Standorte oder Anruflisten zu

App mit Spähsoftware gibt Warnton ab

Nicht alle Touristen sollen von der Spähattacke betroffen sein. Nach den Medienberichten soll die App nur auf Smartphones von Touristen installiert werden, die von Kirgistan kommend über den Landweg in die Provinz Xinjiang einreisen. Offiziell aufgeklärt werden die Menschen über die Aktion allerdings nicht. Touristen werden laut „SZ“ am Grenzübergang gebeten, ihre Smartphones zu entsperren, so dass Beamte die Software in einem separaten Raum installieren können. Ohne, dass die Touristen wissen, was passiert.

Mit der App will die Regierung dann anhand einer Liste mit mehr als 73.000 Datei-Einträgen nach Dateien suchen, die aus Sicht der Regierung verdächtig sind. Dazu gehören etwa religiösen Inhalte oder Dateien mit Bezügen zu Taiwan oder Tibet.

Die Dateien hätten überwiegend mit islamistischem Terrorismus zu tun, heißt es. Die Bewohner der Provinz Xinjiang sind überwiegend muslimisch und werden den Angaben nach seit Jahren von der Regierung streng überwacht.

Und was, wenn die App fündig wird? Dann ertönt laut „Süddeutscher Zeitung“ ein Warnton. (dpa/sdo)