Untersuchung

Explosion hinterlässt riesigen Krater auf Feld in Limburg

Dieses Foto von dem Krater veröffentlichte das Polizeipräsidium Westhessen. Was die Explosion auf dem Feld in Limburg auslöste, ist noch nicht abschließend geklärt.

Dieses Foto von dem Krater veröffentlichte das Polizeipräsidium Westhessen. Was die Explosion auf dem Feld in Limburg auslöste, ist noch nicht abschließend geklärt.

Foto: PD Limburg-Weilburg / dpa

Im hessischen Limburg ist offenbar ohne Fremdeinwirkung eine Weltkriegsbombe explodiert. Sie riss einen riesigen Krater in ein Feld.

Limburg. Ein großer Krater zieht derzeit die Aufmerksamkeit in Mittelhessen auf sich. Das rund vier Meter tiefe Loch mit einem Durchmesser von rund zehn Metern klafft seit dem Wochenende auf einem Feld in Limburg-Ahlbach. Offenbar war eine Weltkriegsbombe ohne Fremdeinwirkung detoniert.

Laut Kampfmittelräumdienst, der den Krater am Montag untersucht hatte, entstand der Krater „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ durch eine Bombenexplosion. Der Sprengkörper soll demnach in mindestens vier Metern Tiefe gelegen haben und 250 Kilogramm schwer gewesen sein. Mutmaßlich hatte die Bombe einen chemischen Zünder, der sich über die Jahre zersetzt hatte.

„Wir können froh sein, dass der Bauer nicht auf dem Feld war“, sagte Stadtsprecher Johannes Laubach. Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg seien in Limburg keine Überraschung, dass eine Bombe aber einfach so explodiert, sei in den letzten Jahren nicht vorgekommen.

Limburg war im Zweiten Weltkrieg Ziel für Bomber

„Wir sind mit dem ehemaligen Bahnbetriebswerk durchaus ein Bombenziel Ende des Zweiten Weltkriegs gewesen“, erklärte Laubach weiter. Das Werk sei quasi eine Werkstatt für Loks gewesen. Von Limburg-Ahlbach sei die Anlage aber weit entfernt gewesen. Bei dem Vorort sei aber eine wichtige Straße verlaufen, die „lange Meile“. „Die ist beim Rückzug der Truppen gut genutzt worden“, erklärte Laubach. Möglicherweise war sie Ziel des Bombenabwurfs.

Dass eine Bombe ohne Fremdeinwirkung detoniert, weil sich der Zünder zersetzt, kommt laut dem Regierungspräsidium Darmstadt statistisch gesehen einmal im Jahr in Deutschland vor. „Die Gefahr ist geringer, als von einem Blitz erschlagen zu werden“, sagte Guido Martin, Sprecher der Behörde, die für Gefahrenabwehr zuständig ist.

Limburg-Krater: ESA-Experte schließt Asteroideneinschlag aus

Einen Asteroiden-Einschlag als Ursache für den Krater hatte die Europäische Raumfahrtbehörde ESA gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ bereits ausgeschlossen. Die Fotos des Kraters ließen keine Schlüsse auf große Hitzeentwicklung oder Verschmelzungen im Erdreich zu, wie sie für Asteroideneinschläge typisch seien.

Die Explosion muss gewaltig gewesen sein. In der Nacht zum Sonntag hatten mehrere Einwohner gegen kurz vor 4 Uhr einen lauten Knall gehört. Auch ein Beben soll zu spüren gewesen sein. Verletzt wurde bei der Detonation niemand. (ba)