Polizei

Einsatz im Hambacher Forst nach Kotwurf auf RWE-Mitarbeiter

Die Polizei begleitet einen mutmaßlichen Kotwerfer im Hambacher Forst.

Die Polizei begleitet einen mutmaßlichen Kotwerfer im Hambacher Forst.

Foto: David Young / dpa

Am Dienstag ist die Polizei im Hambacher Forst gegen einen Baumhausbewohner vorgegangen. Der Grund für den Einsatz ist unappetitlich.

Aachen. Im Hambacher Forst ist es erneut zur Eskalation zwischen dem Tagebau-Betreiber RWE und Aktivisten gekommen. Von einem Baumhaus im Wald aus ist ein RWE-Mitarbeiter mit Fäkalien beworfen worden. Die Polizei musste eingreifen, um den Fall zu klären.

Als Verdächtigen machten die Beamten bereits am Montag einen vermummten Baumhausbewohner aus. Nach mehreren Aufforderungen habe dieser sich am Dienstagvormittag aus einem von mehreren Baumhäusern im Hambacher Forst abgeseilt und der Polizei gestellt.

Der Mann habe sich abgeseilt, als im Wald eine Säge aufheulte. Der Verdächtige wurde daraufhin festgenommen. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um den Fäkalienwerfer handelt“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Er werde nun zum Polizeipräsidium Aachen gebracht. Dort wollten die Beamten eine Täterbeschreibung abgleichen.

Die Polizei ist seit Montag wieder verstärkt im Hambacher Forst im Einsatz, um RWE-Mitarbeiter zu schützen, die in dem Wald Aufräumarbeiten durchführen sollen. Dabei geht es wohl auch um Baumfällarbeiten. Die Polizei selbst hatte angekündigt, Bäume fällen zu lassen, wenn sich der Kotwerfer aus dem Baumhaus nicht stelle.

Aktivisten haben Baumhäuser in dem Wald gebaut und protestieren so gegen den Braunkohletagebau am Hambacher Forst. Große Teile der Waldes sind bereits dem Tagebau gewichen. Unklar ist, ob Rodungen im Forst bis zum Kohleausstieg weitergehen. Der Kohleausstieg geht bis 2038: Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Fest steht: Die Länder bekommen Milliarden-Hilfen. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen mit dem Braunkohletagebau am Hambacher Forst sowie mit den letzten deutschen Steinkohlebergwerken, die Ende 2018 offiziell geschlossen wurden. (dpa/ac)