Himalaya

Am Mount Everest: 200 Leichen von Tauwetter freigelegt

Am Mount Everest taut der Schnee, es kommen viele Leichen zum Vorschein.

Am Mount Everest taut der Schnee, es kommen viele Leichen zum Vorschein.

Foto: Tashi Sherpa / dpa

Am höchsten Berg der Erde schmilzt der Schnee. Es kommt Grausames zum Vorschein: Rund 200 Bergsteiger starben auf dem Mount Everest.

Berlin.  Die Besteigung des Mount Everests war früher einer erlesenen Auswahl an Bergsteigern vorenthalten. Mittlerweile ist die Erklimmung des höchsten Gipfels der Welt zum Massentourismus geworden. Rund 500 Menschen schaffen jährlich den Aufstieg zum Gipfel, Zehntausende erreichen das Basecamp. Aber der Himalaya-Berg bleibt gefährlich: Zahlreiche Bergsteiger finden an seinen schroffen Wänden den Tod.

Das wird aktuell wieder besonders deutlich, denn der Schnee beginnt an dem 8.848 Meter hohen Berg zu schmelzen – und gibt ein Massengrab frei. Rund 200 Leichen von verunglückten Bergsteigern liegen Schätzungen zufolge unter den eisigen Massen begraben.

Mount Everest: Leichen durch Frühling freigelegt – Das Wichtigste in Kürze:

• Am Mount Everest setzt die Schneeschmelze ein und legte Hunderte Leichen frei

• Für die Bergung braucht es eine staatliche Genehmigung

• Im April beginnt die Aufstiegssaison

• Der Winteraufstieg am K2 ist derweil gescheitert

Ohne Genehmigung darf nicht geborgen werden

Die Tourenveranstalter fordern nun staatliche Unterstützung, um die Körper der toten Kletterer bergen zu können. „Wir können bei der Bergung helfen, brauchen dafür aber eine Genehmigung der Regierung“, sagte Damber Parajuli, Vorsitzender des Verbandes für Reiseveranstalter am Donnerstag in Nepal.

Der Mount Everest liegt auf nepalesischem und chinesischem, beziehungsweise tibetischem, Staatsgebiet. Die Bergsteigersaison, in der der Aufstieg angegangen werden kann, liegt zwischen April und Mai.

Fakten zum Mount Everest:

• Der Mount Everest ist mit 8848 Metern der höchste Berg der Erde

• Er liegt in Nepal

• Auf Nepali heißt der Berg Sagarmatha, auf Tibetisch Qomolangma

64-jähriger Japaner tot geborgen

Am Donnerstag wurde ein 64-jähriger Japaner tot am Fuß einer 800 Meter hohen Klippe in der Region Annapurna gefunden. Seine Leiche konnte nach Angaben der örtlichen Polizei geborgen werden.

Erst im Oktober stürzten am Mount Everest neun Bergsteiger in den Tod. Oft dauert es Jahre, bis die Leichen von Bergsteigern gefunden werden. Die Leiche des deutschen Bergsteigers Alex Lowe wurde beispielsweise erst nach 16 Jahren gefunden. Eine Bergung und Rückführung der Körper sei nach Angaben der nepalesischen Bergsteiger-Vereinigung aus hohen Lagen oft mit zu großem Aufwand verbunden.

Insgesamt sind bereits mehr als 400 Menschen beim Versuch, den Mount Everest zu erreichen, gestorben. Laut der Bergsteiger-Vereinigung seien die häufigsten Todesursachen Höhenkrankheit oder Stürze.

K2-Winterbesteigung scheitert

Auch Winterbesteigungen des Mount Everest sind möglich, aber noch gefährlicher. Als ersten Mensch gelang es den polnischen Bergsteigern Krzysztof Wielicki und Leszek Cichy 1980, den Mount Everest zu besteigen.

Bisher unbezwungen im Winter ist dagegen der zweithöchste Berg der Erde, der 8.611 Meter hohe K2. Das wollten zwei Bergsteiger-Teams ändern und den K2 das erste Mal im Winter bezwingen. Doch sie scheiterten: Ein Team aus russischen, kirgisischen, kasachischen Bergsteigern gab vor einer Woche auf.

Eine Gruppe Spanier um Bergsteiger Alex Txikon gab am Mittwoch auf.

Damit bleibt der K2 der einzige Berg mit einer Höhe von über 8000 Metern, der noch unbezwungen ist.

(tki/dpa)