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Worauf sich Besucher der Leipziger Buchmesse freuen dürfen

Die Buchmesse wird auch dieses Jahr voraussichtlich wieder etwa 280.000 Menschen nach Leipzig locken.

Die Buchmesse wird auch dieses Jahr voraussichtlich wieder etwa 280.000 Menschen nach Leipzig locken.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Vom 21. bis 24. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Was sind die Höhepunkte? Was ist neu? Und wer darf auf einen Preis hoffen?

Leipzig. Ob Krimis, Liebesromane, Thriller oder Sachbücher - vom 21. bis 24. März bietet Leipzig Lesefans wieder ein riesiges Angebot an Bücherneuheiten. Eröffnet wird die Leipziger Buchmesse aber schon am Mittwochabend – und zwar mit einer ersten Preisverleihung.

Wie viele Aussteller und Besucher werden erwartet?

Die Veranstalter erwarten mehr als 2500 Aussteller aus rund 50 Nationen sowie rund 280.000 Besucher. Das begleitende Festival „Leipzig liest“ umfasst laut Messe 3600 Veranstaltungen an 500 Orten.

2018 hatten Buchmesse und Lesefest wegen Winterwetter- und Bahnchaos ein Besucherminus hinnehmen müssen. 271.000 Gäste kamen. Das waren 14.000 weniger als im Jahr zuvor. Davor waren die Besucherzahlen jahrelang immer nur angestiegen.

Wen oder was sollten Besucher nicht verpassen?


Er hat Gereon Rath und Charlotte Ritter erfunden - und ist damit auch der Kopf hinter der Erfolgsserie „Babylon Berlin“: Volker Kutscher kommt mit „Marlow“, dem 7. Teil der Krimi-Serie, zur Leipziger Buchmesse.

Auch Spannungs-Altmeisterin Ingrid Noll oder die Bestsellerautoren Marc Elsberg und Simon Beckett kommen. Mit Sasa Stanisic und Jan Wagner sind auch zwei frühere Preisträger der Leipziger Buchmesse dabei.

Doch es kommen auch prominente Gesichter, die nicht schon immer was mit Büchern gemacht haben. So stellen unter anderem der Ärzte-Drummer Bela B. oder Tocotronic-Frontmann Dirk von Lotzow ihre Bücher vor, genauso wie Köchin Sarah Wiener, Ex-SPD-Chef Franz Müntefering und Ex-Innenminister Thomas de Maizière.

Geht es nur um Bücher?

Im weitesten Sinn: ja. Comics gehören aber auch dazu.

Keine Leipziger Buchmesse ohne Tausende Cosplayer in bunten Kostümen. Auch in diesem Jahr ist die Messehalle 1 wieder für die Manga-Comic-Con reserviert. Für die Fans von Comic und Fantasy gibt es Signierstunden, Cosplay-Wettbewerb und ein Anime-Kino.

Eine Einschränkung müssen die Kostüm-Fans in diesem Jahr aber hinnehmen: Weil es immer wieder Beschwerden gab, dass Cosplay-Fotografen mit ihrem Equipment die ohnehin vollen Wege der Messe verstopfen, müssen Blenden, Leitern und andere Stolperfallen diesmal draußen bleiben. Verboten sind „Boden berührende Hilfsmittel“, wie die Messe mitteilte. Selfiesticks dürfen also weiter mit rein.

Zum runden Geburtstag des Fantasy-Klassikers „Der Herr der Ringe“ widmet die Messe am 22. März ihren „Großen Leipzig-Liest-Abend“ dem Fantasy-Klassiker von J.R.R. Tolkien.

Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig spielt die Original-Filmmusik. Die Stimme des berühmten „Drei Fragezeichen“-Detektivs Bob Andrews, Andreas Fröhlich, liest vor. Denn er lieh auch der Film-Figur Gollum seine Stimme.

Was ist neu auf der Buchmesse?


Ein neuer Themenschwerpunkt der Messe wurde zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeitet. Er steht unter der Überschrift „The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost und Südosteuropa 30 Jahre danach“ und thematisiert die Veränderungen in Europa und der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges. Die Reihe ist auf drei Jahre angelegt.

Wer ist dieses Jahr Gastland der Buchmesse?


Tschechien sagt als Gastland der Buchmesse laut «Ahoj!». 55 Autorinnen und Autoren kommen nach Leipzig. Sie sind auf der Messe und im Rahmen des Festivals „Leipzig liest“ in 130 Veranstaltungen zu erleben.

Tschechien zeigt Vergangenheit und Gegenwart seiner Comics. Die Schau „Währendessen an einem anderen Ort“ umfasse ein Jahrhundert des tschechischen Comics, teilten die Programmkoordinatoren mit. Zu sehen seien Bildergeschichten aus der Zeit des Dritten Reiches, des Kommunismus und auch aktuelle Graphic Novels.

Wer erhält eine Auszeichnung?


Eröffnet wird die Buchmesse bereits am Mittwochabend mit der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an die US-russische Journalistin und Schriftstellerin Masha Gessen für ihr Buch „Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und wieder verlor“.

Gessens Hinweis auf das Fehlen des demokratischen Instrumentariums der postsowjetischen Gesellschaft schärfe den Blick für die Gefährdung der eigenen demokratischen Institutionen, heißt es in der Begründung der Jury. Für das Buch erhielt Gessen 2017 den National Book Award, einen der renommiertesten Buchpreise in den USA.

Am Nachmittag des Messedonnerstags steht fest, wer den mit insgesamt 60.000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis erhält. Aus den 15 Nominierten werden drei Preisträger in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung ausgewählt.

In der Belletristik sind Anke Stelling („Schäfchen im Trockenen“), Matthias Nawrat („Der traurige Gast“), Kenah Cusanit („Babel“), Feridun Zaimoglu („Die Geschichte der Frau“) und Jaroslav Rudiš („Winterbergs letzte Reise“) nominiert.

Preise gibt es auch für die beste Übersetzung und das beste Sachbuch. Jury-Chef Jens Bisky hält die Auszeichnung wegen ihrer Offenheit für alle Genres für einen der wichtigsten Literaturpreise. In den Buchläden sorgt er für Nachfrage nach den Titeln. (jb/epd/dpa)