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Sturm: Hamburger saßen Stunden in Intercity fest

Ein Aufenthaltszug der Bahn, in dem Fahrgäste auf die Weiterfahrt Richtung Nordrhein-Westfalen warten können, steht auf einem Gleis des Berliner Hauptbahnhofs.

Ein Aufenthaltszug der Bahn, in dem Fahrgäste auf die Weiterfahrt Richtung Nordrhein-Westfalen warten können, steht auf einem Gleis des Berliner Hauptbahnhofs.

Foto: Paul Zinken / dpa

Sturmtief „Eberhard“ ist über Deutschland hinweggefegt. Ein Mann starb. Noch am Montag gibt es starke Einschränkungen im Bahnverkehr.

Berlin. Sturmtief „Eberhard“ ist über Deutschland hinweggefegt und hat vielerorts Chaos und Verwüstung angerichtet. Im nordhessischen Wabern führte der Sturm dazu, dass rund 400 Reisende eines Intercity-Zuges dreieinhalb Stunden in dem Zug ausharren musste. Bei dem IC trat eine technische Störung am Fahrzeug auf, die allerdings nichts mit dem Sturm zu tun hatte.

Weil aber entwurzelte Bäume die Schienen blockierten, traf ein von der Deutschen Bahn georderter Ersatzzug aus Kassel erst gegen 21 Uhr in Wabern ein, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte. Der IC war auf dem Weg von Westerland nach Karlsruhe gewesen. Der Ersatzzug setzte am Abend die Fahrt fort.

Zugverkehr rollt wieder an – mit Beeinträchtigungen

In Nordrhein-Westfalen wurden am Sonntag der Fernverkehr und große Teile des Regional- und Nahverkehrs der Deutschen Bahn eingestellt. Bäume waren auf die Gleise geweht worden. Zudem hatte es einen Sturmausfall im Stellwerk Essen gegeben.

Am Montagmorgen rollte der Zugverkehr langsam wieder an. Allerdings gibt es nach wie vor Einschränkungen. „Pendler sollten mit Verspätungen rechnen und sich in den Informationssystemen auf dem Laufenden halten“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Morgen. Von Zugausfällen betroffen sei unter anderem die Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt.

Die Deutsche Bahn informiert auf ihrer Webseite über die aktuellen Beeinträchtigungen. Unter anderem werden in Hamburg, Düsseldorf, Köln und Frankfurt Aufenthaltszüge für Reisende bereitgestellt, deren Verbindungen ausfallen.

Ortsteil in Thüringen von Außenwelt abgeschnitten

Sturmtief „Eberhard“ hatte am Sonntag ein Todesopfer gefordert: Im Hochsauerlandkreis wurde ein 47-jähriger Autofahrer während der Fahrt von einer Tanne erschlagen. In Nordrhein-Westfalen wütete der Sturm besonders heftig. Am Kölner Flughafen mussten zwei Flugzeuge aufgrund der heftigen Böen durchstarten und zu anderen Flughäfen umgeleitet werden. Verschiedene Zoos und Parks blieben geschlossen.

Auch Thüringen war von den Folgen des Sturms stark betroffen. Der Ortsteil Mönchsberg der Gemeinde Föritztal im Landkreis Sonneberg ist weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Die einzige Verbindungsstraße in den kleinen Ort ist von quer liegenden Bäumen versperrt.

Als am Sonntag die Feuerwehren versuchten, diese zu räumen, stürzten weitere Bäume auf die Fahrbahn. Im gesamten Dorf fiel zudem der Strom aus. Auch am Montagmorgen waren nur einige Haushalte wieder an den Strom angeschlossen. Ein Polizeisprecher sagte, es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Probleme zu beheben. (dpa/tki)