Urteil

Mann zündete Obdachlose in Berlin an – Acht Jahre Haft

Der Angeklagte Ende Januar vor Gericht in Berlin-Moabit. Nun wurde der Mann zu acht Jahren Haft verurteilt.

Der Angeklagte Ende Januar vor Gericht in Berlin-Moabit. Nun wurde der Mann zu acht Jahren Haft verurteilt.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Ein 48-Jähriger hatte in Berlin zwei Obdachlose mit Benzin übergossen und angezündet. Eines der Opfer starb. Jetzt gibt es ein Urteil.

Berlin.  Weil er zwei Obdachlose angezündet hatte, ist in Berlin ein 48-Jähriger zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte habe die Opfer vor rund sieben Monaten nach einem Streit mit Benzin übergossen und angezündet, begründete das Landgericht am Dienstag. Ein 47-Jähriger war vier Monate nach dem Brandanschlag an seinen schweren Verletzungen gestorben. Ein damals 62-Jähriger erlitt bei der Tat im Stadtteil Schöneweide leichte Verletzungen.

Der Angeklagte mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit wurde nun des Totschlags sowie des versuchten Totschlags schuldig gesprochen. Der 48-Jährige soll im Juli 2018 mit seinen Opfern, mit denen er zuvor mehrfach gezecht habe, in einen Streit geraten sein.

Angeklagter war stark alkoholisiert

Der stark alkoholisierte Angeklagte habe danach Benzin gekauft, das er auch „zum Schnüffeln“ nutzen wollte, hieß es weiter im Urteil. Gegen 23 Uhr habe er die Männer dann auf einem S-Bahnhofsvorplatz aus Wut angegriffen, mit Benzin übergossen und angezündet.

Zeugen hatten die brennende Bekleidung der Opfer gelöscht. Sie waren in das Unfall-Krankenhaus Berlin gebracht worden. Der 47-Jährige war in ein künstliches Koma versetzt worden, bevor er seinen Verletzungen erlag.

Die Staatsanwältin hatte neun Jahre Haft verlangt. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Strafantrag. (dpa/mein)