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Günther Jauch kritisiert ARD: Darum beendete er die Talkshow

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Günther Jauch während einer Folge seiner ARD-Talkshow im November 2015.

Günther Jauch während einer Folge seiner ARD-Talkshow im November 2015.

Foto: imago stock & people / imago/Stefan Zeitz

Mehr als vier Jahre moderierte Günther Jauch eine politische Talkshow in der ARD. In einem Interview verrät er nun, warum er aufhörte.

Berlin.  Seine journalistische Karriere begann Günther Jauch beim Bayerischen Rundfunk, später moderierte er unter anderem „Das aktuelle Sportstudio“ im ZDF, aber auch „stern TV“ oder „Wer wird Millionär?“ bei RTL.

2011 dann der erneute Wechsel: Jauch erhielt seine eigene politische Talkshow in der ARD – die er vier Jahre später wieder fallen ließ. Über das Warum gab es damals keine klare Aussage. Die hat der 62-Jährige nun aber nachgeholt.

Günther Jauch: „Es haben zu viele reingeredet“

„Ich bin – gerade wenn ich journalistisch tätig bin – sehr gerne unabhängig. Und mit dieser Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig“, sagte Jauch im Interview mit der Online-Journalistenschule „Reporterfabrik“. „Ganz direkt gesagt: Es haben zu viele da reingeredet und das wurde dann schwierig.“

Günther Jauch im Reporterfabrik-Interview

Die öffentlich-rechtlichen Sender seien oft in sich selbst gefangen. Rundfunk- und Verwaltungsräte, Einfluss politischer Parteien – „sie schauen zuweilen ängstlich nach links und rechts“, sagte Jauch weiter.

Außerdem gebe es auch bei diesen Sendern Karriereristen, die nur daran interessiert seien, den nächsten Schritt auf der Jobleiter hinaufzusteigen. Die öffentlich-rechtlichen Sender seien „nicht so unabhängig, wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte.“

Jauch: Rundfunkgebühr bietet eigentlich Freiheiten

Dabei seien die Voraussetzungen geradezu „traumhaft“, sagte Jauch. „Jeden Monat fließt das Geld durch die Gebühr fast automatisch. Sie können sich auf Experimente einlassen. Sie sind nicht unter dem Druck, unbedingt Geld verdienen zu müssen.“

Das wiederum sei der Nachteil bei privaten Sendern. Wenn die Quote nicht stimme, werde das schnell zu einem „Riesenproblem“. Dafür reagiere man dort unmittelbarer, sei direkter, manchmal auch ein bisschen ordinärer. „Aber so sind wir Menschen“, sagte Jauch.

Sein Traum sei es gewesen, das Beste des öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Systems zusammenzuführen. Das sei ihm mit manchen Sendungen sicherlich gelungen, bei anderen nicht. „Da bin ich auch gegen Wände gelaufen.“

Seine wöchentliche Talkshow „Günther Jauch“ moderierte er vom 11. September 2011 bis zum 29. November 2015. Er verdrängte damit Anne Will vorübergehend vom Sendeplatz am Sonntagabend.

Aktuell ist Jauch nur noch bei RTL zu sehen. Neben „Wer wird Millionär?“ etwa in der Quizshow „5 gegen Jauch“ oder „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“. In der Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ musste Jauch zuletzt ohne Vorbereitung moderieren. (cho)