Meeressäuger

Pottwal-Baby vor Gran Canaria gestrandet und gestorben

Ein Pottwal-Kalb ist vor Gran Canaria gestorben (Symbolbild).

Ein Pottwal-Kalb ist vor Gran Canaria gestorben (Symbolbild).

Foto: imago stock&people

Auf Gran Canaria ist ein toter Pottwal gefunden worden, der Verletzungen aufweist. Der Wal könnte mit einem Schiff kollidiert sein.

Playa de Melenara.  An der Küste von Gran Canaria ist ein Pottwal-Baby angespült worden und gestorben. Medienberichte deuten darauf hin, dass Schiffe für den Tod des Kalbs verantwortlich sind.

Der Wal war am vergangenen Sonntag von Anwohnern an der Playa de Melenara entdeckt worden. Das Tier soll laut einem Bericht von „El Diario“ über sechs Tonnen wiegen und sieben Meter lang sein. Die genaue Todesursache solle nach Angaben des Online-Portals in einer Obduktion ermittelt werden. Dazu wurde der Kadaver des Tieres per Schiff in den Ort Taliarte geschleppt.

Das Tier wies jedoch laut spanischen Medien offensichtlichte Verletzungen auf. Die Zeitung „Canarias 7“ berichtet von zwei großen Schnittverletzungen an einer Flosse und am Kiefer des Pottwal-Babys. Das könnte auf einen Zusammenstoß mit einem Schiff hinweisen.

Video zeigt gestrandetes Wal-Baby auf Gran Canaria

YouTube: Pottwal auf Gran Canaria gestrandet

Die These, dass Schiffe für den Tod des Tieres verantwortlich sind, stützen auch aktuelle Studien. So haben Forscher der Universität von Las Palmas zuletzt untersucht, warum auf den Kanaren immer wieder Wale stranden.

Die Antwort wurde in einem Aufsatz in einem Fachmagazin der Royal Society veröffentlicht: Die Wale werden durch Sonargeräte von Schiffen aufgeschreckt, tauchen teilweise zu schnell auf und erleiden die unter Tauchern bekannte Dekompressionskrankheit. Die Forscher fanden in Blutgefäßen und Organen der toten Tiere Gasbläschen, die beim schnellen Auftauschen entstehen.

Im aktuellen Fall wäre es also denkbar, dass das Pottwal-Kalb auch durch ein Sonar-Gerät aufgeschreckt wurde und dann mit einem Schiff kollidierte. Oder aber das Tier starb bereits beim Auftauchen und wurde dann von einem Schiff getroffen. Eigentlich versuchen die Tiere nämlich dem Sonar als Schallquelle zu entkommen. Die Obduktion wird wohl Auskunft darüber geben, was zum Stranden des Wales geführt hat.

Quellen zum Text:

„El Diario“-Bericht über den gestrandeten Pottwal auf Gran Canaria

„Canarias7“: Pottwal weist Wunden auf

Studie über Wal-Stranden auf den Kanaren der Royal Society

(ac)