Diskriminierung?

Fitnessstudio verbietet Frau das Training mit Kopftuch

In Hannover ist eine Diskussion um ein Fitnessstudio entbrannt, das einer 35-jährigen Muslimin das Tragen ihres Kopftuchs auf der Trainingsfläche verwehrte.

In Hannover ist eine Diskussion um ein Fitnessstudio entbrannt, das einer 35-jährigen Muslimin das Tragen ihres Kopftuchs auf der Trainingsfläche verwehrte.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Hannover: Die 35-Jährige spricht von Diskriminierung. Das Fitnessstudio liefert eine Begründung.

Hannover.  Ein Fitnessstudio in Hannover hat einer Frau verboten, während des Trainings ihr Kopftuch zu tragen. Die 35-jährige Muslimin wurde laut einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ dazu aufgefordert, ihr Kopftuch abzulegen oder die Trainingsfläche zu verlassen.

Fitnessstudio stützt sich auf Gerichtsurteil

Die gebürtige Hannoveranerin mit afghanischen Wurzeln fühlte sich diskriminiert. Sie besuche seit vielen Jahren Fitnessstudios und hätte ein solches Verhalten noch nicht erlebt, sagte Zomaijah Ahmadi. Mitarbeiter der Kette Fitnessloft in Studios in Hannover und in Laatzen hätten die Frau auf das Verbot hingewiesen.

Das Fitnessstudio begründete seine Entscheidung mit der Unfallgefahr, die vom Tragen von Schmuck und Kopfbedeckungen ausgehe, und stützt sich auf die Entscheidung eines Gerichts in Bremen aus dem Jahr 2013. Demzufolge dürfen Fitnessstudios ihren Mitgliedern das Tragen von Kopftüchern aus Sicherheitsgründen verwehren.

Ähnlicher Fall durch dieselbe Kette in 2018

Dennoch muss es nicht dazu führen: Eine Filiale derselben Kette in Düsseldorf hatte im Sommer 2018 laut Medienberichten wegen eines ähnlichen Falls für Aufsehen gesorgt. Eine 21-jährige Frau wurde von einer Mitarbeiterin darauf hingewiesen, dass im Studio ein Kopftuchverbot herrsche – obwohl die Frau bereits fünf Jahre in dem Studio trainiert hatte.

Nachdem eine öffentliche Diskussion ausbrach, nahm das Düsseldorfer Studio auf Facebook Stellung und offenbarte: Mit dem Mitglied hatte das Studio sich ursprünglich auf eine Ausnahmeregelung geeinigt – die betroffene Mitarbeiterin habe nur nichts davon gewusst.

Das Tragen von Kopftüchern in öffentlichen Räumen führt in Deutschland immer wieder zu Diskussionen. In Essen war im Herbst 2018 eine Praktikantin in einer Apotheke untersagt worden, ihr Kopftuch zu tragen. (tan)