Kanada

Zwischenlandung: Passagiere frieren 16 Stunden in Flugzeug

Die United-Airlines-Maschine hing stundenlang auf einem Flughafen fest.

Die United-Airlines-Maschine hing stundenlang auf einem Flughafen fest.

Foto: Nicolas Economou / imago/ZUMA Press

Wegen eines Notfalls landete ein Flugzeug in Kanada. 16 Stunden froren Passagiere bei minus 30 Grad. Am Zielort kamen sie nicht an.

Berlin.  Mehr als 200 Passagiere mussten in einem Flugzeug von United Airlines bei Temperaturen von minus 30 Grad mehr als 16 Stunden ausharren.

Der Vorfall ereignete sich, nachdem die Maschine, die auf dem Weg von New Jersey nach Hongkong war, auf dem Flughafen von Goose Bay. Dort legte die Maschine wegen eines Notfalls einen ungeplanten Zwischenstopp ein.

Denn ein medizinischer Notfall zwang den Piloten dazu, im kanadischen Goose Bay zu landen. Theoretisch hätte die Sache dann schnell vorbei sein können. Der Pflegebedürftige würde von Sanitätern abgeholt. Die anderen flögen weiter in das asiatische Land.

Doch die Zwischenlandung entwickelte sich zur Tortur.

United-Flugzeug mit technischen Problemen

Denn anstatt wieder abzuheben, bemerkte der Pilot einen technischen Defekt. Eine Tür ließ sich nicht mehr öffnen – offenbar wegen der eisigen Kälte, die draußen vorherrschte. Wie CNN und CBC berichten, habe es in Goose Bay Samstagnacht Minusgerade gegeben. Und das nicht zu knapp. Auch in Deutschland und Europa zieht eine Kältewelle auf.

30 Grad Minus – und kaum noch Essen

Rund 30 Grad minus zeigte das Thermometer. Problem: Weil es keine Zollbeamten in der Nachtschicht gab, durften die Menschen das Flugzeug nicht verlassen. Und die Kälte setzte sich schnell durch – Twitter-User berichten von Eiseskälte auch im Flugzeug. Die Mitarbeiter gaben Decken aus, doch das reichte nicht. Und das Essen wurde knapp.

Mit mehreren Hilferufen hatte sich der Miteisende Sonjay Dutt per Twitter auch bei United gemeldet – dort wusste aber zuerst offenbar auch niemand, wie die Situation aufzulösen ist.

Tatsächlich handelte es sich nicht nur um einen kurzen Zwischenfall. Die Passagiere und die Crew warteten 16 Stunden auf den Weiterflug.

Immerhin: Nach einigen Stunden wurden Donuts und Kaffee der kanadischen Kaffee-Kette Tim Hortons verteilt, die eine Flughafenfiliale betreibt.

Ersatzmaschine kommt an – nach Hongkong geht es trotzdem nicht

Am Sonntag landete dann eine Ersatzmaschine, da die Notausgangstür des Fliegers weiter defekt war und die Dauer der Reparatur nicht absehbar. Die Passagiere konnten umsteigen – bei knapp minus 20 Grad.

Nach Hongkong ging es trotzdem nicht, sondern zurück nach Newark in New Jersey. 30 Stunden dauerte das ganze Abenteuer.

United Airlines in den Schlagzeilen

United Airlines gerät in der Vergangenheit häufiger in die Schlagzeilen. Im März 2018 starb ein Hund im Flugzeug-Gepäckfach. Im September 2017 musste eine United-Maschine wegen eines Leck im Tanks umdrehen. (ses)