Kriminalität

Diese Ganoven waren 2018 dümmer als die Polizei erlaubt

Ein Mann mit Handschellen. (Symbolbild)

Ein Mann mit Handschellen. (Symbolbild)

Foto: Uli Deck / dpa

2018 haben auch zahlreiche tölpelhafte Verbrecher Deutschlands Polizeibeamte auf Trab gehalten. Wir erinnern an die skurrilsten Fälle.

Berlin.  Ob der Putzmann ahnte, dass ihm der Reinigungsauftrag zum Verhängnis werden könnte? Nach allem, was man weiß, zögerte der gesuchte Ladendieb aus Unterfranken jedenfalls nicht, als er ausgerechnet in einer Polizeidienststelle Staub wischen sollte.

Tatsächlich kontrollierte ein Beamter routinemäßig die Personalien des Mannes. Und dabei kam heraus, dass ein Haftbefehl vorlag. So endete sein Arbeitstag in einer Zelle.

2018 machten Dutzende Fälle aus der Kategorie „Dümmer als die Polizei erlaubt“ Schlagzeilen. Da war der geizige Zoohändler aus Bayern, der mit einem Laster an die italienische Küste fuhr und 24.000 Liter Meerwasser für seine Aquarien abpumpen wollte. Das fiel natürlich auf – 1500 Euro Geldstrafe.

Oder der Dieb in Bielefeld, der auf der Suche nach Raubgut in einen Altkleidercontainer kletterte, nicht mehr hinaus kam und die Polizei zu Hilfe rufen musste. Bei so viel Dilettantismus wirken sogar die naiven Disney-Panzerknacker aus Entenhausen wie echte Profis.

Münchener Polizei vergibt Preis an schlechte Verbrecher

150.000 Einbrüche müssen die Behörden im Jahr aufklären. Einige Verbrechen scheitern auf spektakuläre Weise. In München vergibt die Polizei an besonders dämliche Delinquenten sogar einen Schmähpreis: die „Goldene Handschelle“.

Drei Mal haben die Beamten die zweifelhafte Auszeichnung im ablaufenden Jahr verliehen – an „Leute, die es richtig verdient haben, dass wir ihnen auf die Schliche kommen“, wie Polizeisprecher Florian Hirschauer erklärt.

Einer der Preisträger: Ein 35-Jähriger steigt nachts durchs Fenster in ein griechisches Lokal ein und sucht den stockdunklen Gastraum nach Wertgegenständen ab. Um sich zu orientieren, aktiviert er sein Handydisplay. Und in dem Moment beginnt seine Pechsträhne.

Schlechte Verbrecher sind für Polizei angenehme Abwechslung

Problem eins: Eine Überwachungskamera nimmt alles auf. Problem zwei: Als Bildschirmhintergrund hat der Kleinkriminelle ein Pärchenselfie mit seiner Freundin gespeichert, womit er auch noch gut sichtbar vor der Linse herumfuchtelt. Problem drei: Der Mann hat wegen früherer Delikte eine Polizeiakte, weshalb er bald nach dem Einbruch uniformierten Besuch bekommt.

Dieser Pfuscher brachte im Münchner Präsidium selbst hartgesottene Polizisten zum Lachen. Solche Fälle seien eine „Abwechslung vom ernsten Alltag“, sagt Hirschauer. „Wir jagen ja nicht den ganzen Tag lang Serienmörder.“

Wenn eine Überwachungskamera klägliche Diebstahlversuche aufzeichnet, hat das nicht selten sogar Slapstick-Charakter. In Wuppertal werden sich die Polizisten köstlich amüsiert haben, als sie kürzlich das Video aus einem Lebensmittelmarkt ansahen.

Dieb bleibt in der Schiebetür stecken

Ein Einbrecher verschaffte sich an den Weihnachtsfeiertagen nachts Zugang zum Geschäft und ramponierte dabei die Eingangstür. Er stopfte Zigarettenpackungen in einen großen Plastikbeutel und wollte den Markt verlassen.

Das Filmchen der Überwachungskamera kursiert auch im Internet. Darauf ist Folgendes zu sehen: Die beschädigte Schiebetür klemmt, der Einbrecher bekommt den Beutesack nicht durch den Spalt. Minutenlang kämpft er sich ab, Mann gegen Tür. Irgendwann gibt er auf – und lässt sein eingeklemmtes Diebesgut zurück.

Manche Tölpeltäter erinnern sogar an sagenhafte Heldenfiguren. In der Oberpfalz klaute jemand Hunderte Schnitzel, Frikadellen und Hamburger-Scheiben aus einem Imbiss. Als kurz danach ein 33-Jähriger seine gesamte Nachbarschaft ganz selbstlos zu einem großen Grillfest einlud, erfuhr auch die Polizei davon – und erwischte den modernen Robin Hood mit dem Pfannenwender in der Hand.