Swastika

Schmuckhändler verkauft Hakenkreuze auf dem Weihnachtsmarkt

Ein Händler verkaufte in Hannover auf dem Weihnachtsmarkt Swastika-Armbänder.

Ein Händler verkaufte in Hannover auf dem Weihnachtsmarkt Swastika-Armbänder.

Foto: Rainer Dröse

Unerwartete Entdeckung auf dem Weihnachtsmarkt Hannover: Ein Händler verkaufte Hakenkreuz-Armbänder. Er beruft sich auf die Ursprünge.

Hannover.  Das eine ist ein religiöses Glückssymbol – das andere Ausdruck einer radikalen Ideologie, des Menschenhasses und des Todes. Die Swastika und das Hakenkreuz sind sich optisch sehr ähnlich. Zwar können bei ersterem die abgewinkelten Arme auch in andere Richtungen Zeigen als nach rechts. Am Aufbau ändert sich sonst aber nichts.

In Hannover sorgt das Symbol nun für Aufregung – auf dem besinnlichen Weihnachtsmarkt. Im Mittelalter-Areal des Marktes in der niedersächsischen Landeshauptstadt bietet ein Stein- und Kristallhändler es an einem Armband an. Darüber berichtete die „Neue Presse“.

Händler will altes Symbol Ursprungsbedeutung zuführen

Der Zeitung sagte der Händler Udo Janssen: „Hindus und Buddhisten verehren die Swastika als Sonnenrad und als Symbol des Glücks und der Kraft. Ich will dieses uralte Symbol zu seiner Ur­sprungsbedeutung zurückführen, den Deutschen die hinduistische Lehre näherbringen. Die Nazis haben es für ihre Zwecke nur zweckentfremdet.“

Das wird in Hannover vorerst nicht funktionieren. Der Weiterverkauf wurde ihm untersagt. „Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft den Vorgang“, sagte eine Polizeisprecher unserer Redaktion. Die Verbreitung des Hakenkreuzes ist in Deutschland untersagt, auch in diesem Kontext.

Landesverband jüdischer Gemeinden hält nichts von Erklärversuchen

Die Neue Presse berichtet, Janssen habe gegenüber der Zeitung angegeben, er sei berechtigt, die Swatiska zu verkauften, als einziger in Deutschland. Ein Verfahren gegen ihn in Aurich sei vor zehn Jahren eingestellt worden.

Ein 49-Jähriger jüdischen Glaubens hatte die Armbänder entdeckt. Der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, ist gegen den Verkauf auch „unter dem Deckmantel des hinduistischen Glaubens“, auch der Marktamtsleiter äußerte sich sofort ablehnend, der Verkauf werde untersagt (ses)