Inselhüter

Italienischer Robinson Crusoe soll einsame Insel verlassen

Die Insel Budelli gehört zum Nationalpark des La- Maddalena-Archipels.

Die Insel Budelli gehört zum Nationalpark des La- Maddalena-Archipels.

Foto: Michael Reusse (alt) / imago/Westend61

Seit 30 Jahren lebt Mauro Morandi auf einer Insel vor Sardinien. Im Januar soll der 79-Jährige von Budelli Abschied nehmen müssen.

Er ist der moderne Robinson Crusoe. Der Italiener Mauro Morandi lebt seit mehr als 30 Jahren auf einer einsamen Insel vor Sardinien. Diese soll der 79-Jährige nach dem Willen der Behörden jetzt aber verlassen.

Morandi war 1989 mit drei Freunden und seiner Freundin auf dem Weg Richtung Pazifik auf der Mittelmeerinsel Budelli hängengeblieben, wie er dem italienischen Sender Radio 24 sagte. „Ich wollte dieser Gesellschaft entkommen, die ich nicht mag, und auf einer einsamen Insel im Pazifik leben“, so Morandi. „Ich fand mein Polynesien hier.“

Chef des Nationalparks setzt auf Zusammenarbeit

Im Januar 2019 werde man den Mann, den die italienischen Medien als modernen Robinson Crusoe beschreiben, zum Verlassen der Insel auffordern, hatte der Chef des Nationalparks La Maddalena, Fabrizio Fonnesu, der Tageszeitung „Corriere della Sera“ gesagt. Man werde aber versuchen, auch in Zukunft mit dem 79-Jährigen zusammenzuarbeiten.

Der ehemalige Sportlehrer Morandi und seine Freunde hatten zunächst die Aufgaben des Inselhüters übernommen, der Vorgänger wollte von Budelli weg. Auch zwei der Freunde Morandis sowie seine Freundin hatten die Insel bald wieder verlassen.

Der dritte Freund blieb, starb aber 1993. Im Jahr 2014 wurde die Insel Budelli dann Teil des Nationalparks der Inselgruppe La Maddalena.

Er will nicht nach Modena zurück

Auf Facebook schrieb Morandi am Dienstag, er habe noch keinen Räumungsbescheid erhalten. Doch habe er keine Absicht, in seine Heimatstadt Modena im Norden Italiens zurückzukehren. „Meine Tage mit Kartenspielen im Café oder im Kegelclub zu verbringen, das ist nichts für mich“, sagte Morandi der Zeitung „Il Resto del Carlino“. (jb/dpa)