Naturkatastrophe

Überschwemmungen in Italien fordern immer mehr Todesopfer

Casteldaccia bei Palermo: In diesem Landhaus starben zuletzt neun Menschen, als die Wassermassen eines nahen Flusses das Gebäude überfluteten.

Casteldaccia bei Palermo: In diesem Landhaus starben zuletzt neun Menschen, als die Wassermassen eines nahen Flusses das Gebäude überfluteten.

Foto: Mike Palazzotto / dpa

Die Unwetterfront über Italien will nicht weichen. Besonders arg hat es nun Sizilien getroffen, wo neun Menschen in einem Haus starben.

Casteldaccia.  Die seit einer Woche andauernden schweren Unwetter in Italien fordern immer mehr Todesopfer. Inzwischen sind etwa 30 Menschen durch Überschwemmungen ums Leben gekommen. Allein im sizilianischen Casteldaccia nahe Palermo starben zuletzt neun Menschen in einem gefluteten Landhaus.

Taucher bargen die Leichen in der Nacht zu Sonntag bei einem „dramatischen Einsatz“ , wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Der Wasserpegel eines Flusses war wegen der heftigen Regenfälle in der Region rapide angestiegen. Bei den Toten handele es sich um Angehörige zweier Familien. Unter den Opfern seien auch kleine Kinder.

Unwetter töten mehrere Menschen in Italien

„Eine entsetzliche Tragödie hat uns getroffen“, sagte der Bürgermeister von Casteldaccia, Giovanni Di Giacinto, laut Nachrichtenagentur Ansa. Der Fluss habe nie eine Gefahr dargestellt. Ansa berichtete zudem von einem weiteren Toten, der im sizilianischen Vicari gefunden worden sei.

Zwei weitere Menschen starben in der Provinz Agrigent, als ihr Auto von den Wassermassen erfasst wurde. Bei den Opfern handelte es sich um zwei Italiener, die in Deutschland lebten, wie ein Polizeisprecher am Sonntag dpa bestätigte. Zuvor hatten Medien berichtet, es handle sich bei den Toten um Deutsche.

Sardinien: Deutsche stirbt durch Blitzschlag

Auch im Norden des Landes wüten die Unwetter, der Chef des Zivilschutzes hatte die Lage dort am Samstag als „apokalyptisch“ bezeichnet. Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern hatten Schneisen der Verwüstung in Wälder gerissen, Straßen wurden durch Erdrutsche verschüttet. An vielen Orten fehlten Strom und Trinkwasser. Am Sonntag wollte Innenminister Matteo Salvini die betroffene Region Venetien besuchen.

Auf der zu Sardinien gehörenden Insel San Pietro war schon am Freitag eine deutsche Urlauberin von einem Blitz getötet worden. Das Unglück geschah laut Zivilschutz während eines Unwetters.

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Keine Entspannung der Wetterlage in Sicht

Demnach war die Frau mit ihrem Mann und ihrem Sohn zu einer Trekking-Tour aufgebrochen, als das Wetter noch gut war. Als das Gewitter aufzog, habe sich die Familie auf den Rückweg zum Auto gemacht. Dabei sei die Frau von einem Blitz getroffen und mehrere Meter durch die Luft geschleudert worden.

Der Grund für die schweren Unwetter in Italien ist ein Tiefdruckgebiet, das sich mit Starkregen, Gewittern und Sturmböen über der Apenninhalbinsel festgesetzt hat. Eine Entspannung der Lage ist bislang nicht abzusehen. (dpa/küp)

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