Kunstwerk

Banksy-Gemälde sollte eigentlich komplett zerstört werden

Von Banksys Kunstwerk blieb am Ende nicht viel übrig.

Von Banksys Kunstwerk blieb am Ende nicht viel übrig.

Foto: Tristan Fewings / Getty Images for Sotheby's

Kaputt – aber nicht ganz kaputt: Street-Art-Künstler Banksy zeigt in einem Video, wie seine Kunstaktion eigentlich hätte laufen sollen.

London.  Bei einer Auktion wurde ein Bild des Street-Art-Künstlers Banksy teilweise zerstört. Doch wenn es nach Banksy selbst gegangen wäre, wäre von dem Kunstwerk noch weniger übrig geblieben. Es sollte eigentlich vollständig zerstört werden.

Das zeigt ein Video, das am Mittwochabend auf seiner Homepage zeigte. Darauf zu sehen ist nicht nur, wie der Schreddermechanismus in dem Rahmen installiert wurde. Auch die Versteigerung im Auktionshaus Sotheby’s und die teilweise Zerstörung des Werks werden gezeigt. Dieses Video hatte Banksy in Teilen bereits zuvor unter anderem auf seinem Instagram-Account gezeigt.

Für 1,2 Millionen Euro verkauft

Auf dem aktuellen Video mit dem Titel „Schredder deine Liebe, the Director’s Cut“ ist am Ende aber auf einer Tafel zu lesen: „Bei Proben funktionierte es jedes Mal ...“ Dann ist eine Sequenz zu sehen, in der eine Kopie des Bildes durch den im Rahmen verborgenen Schredder tatsächlich ganz zerschnitten wurde.

YouTube Banksy Director’s Cut

Für umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro war das berühmte Bild „Girl with a Balloon“ vor knapp zwei Wochen verkauft worden. Kurz nachdem der Hammer fiel, war es zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im dicken, verschnörkelten Goldrahmen verborgenen Schredder gelaufen.

Ergebnis: Übrig blieb nur der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter. Laut des Auktionshauses in London ist es das „erste Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden“ sei.

Anfangs war nicht klar, ob die anonyme Käuferin – europäische Sammlerin – das Kunstwerk tatsächlich kaufen muss. Sie hat sich am Ende dazu entscheiden, auch die geschredderte Version zu behalten.

Banksy ist bekannt für Gesellschaftskritik

Banksy, dessen wahre Identität unbekannt ist, stellte die Aktion später auf seinem Instagram-Account im Internet als von langer Hand geplante Kritik am Kunstmark dar. Ob Banksy bei der Auktion selbst im Saal war, bleibt weiter offen.

Bei dem geschredderten Bild handelt es sich um eines der berühmtesten Banksy-Motive, ein Mädchen, das den Arm nach einem davonfliegenden Luftballon in Herzform ausstreckt. Das Motiv erschien zuerst als Wandgemälde in London.

Banksy ist bekannt für seine gesellschaftskritischen Werke. Im Jahr 2015 machte er Furore mit einer Installation mit dem Titel „Dismaland“, einem gruseligen Anti-Freizeitpark an der englischen Küste. (dpa/sdo)