Anti-Terroreinheit

Niederlande: Polizei findet bei Razzia Zubehör für Bombenbau

Einsatzkräfte in den Niederlanden. (Archivbild)

Einsatzkräfte in den Niederlanden. (Archivbild)

Foto: Evert Elzinga / imago/Xinhua

Sieben Personen wurden in den Niederlanden festgenommen. Sie sollen einen Terroranschlag geplant haben auf eine Großveranstaltung.

Rotterdam.  Die niederländische Polizei hat nach eigenen Angaben einen großen Terroranschlag vereitelt. Die Anti-Terroreinheit der Polizei habe sieben Personen festgenommen, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend in Rotterdam mit.

„Eine terroristische Zelle ist ausgeschaltet worden“, sagte Justizminister Ferdinand Grapperhaus am Abend in Den Haag. Die Vorbereitungen zu dem möglichen Anschlag sollen weit fortgeschritten gewesen sein.

Gegen sieben Verdächtige wurde am Freitag Haftbefehl beantragt. Die Verdächtigen wollten den Ermittlern zufolge Maschinengewehre und Bombenwesten einsetzen, damit es „bei einer Großveranstaltung möglichst viele Opfer“ gibt.

Außerdem sollte eine Autobombe zum Explodieren gebracht werden. Details zum mutmaßlichen Ziel des Anschlags wurden nicht genannt. In den Wohnungen hätten Beamte auch 100 Kilogramm Kunstdünger gefunden, die möglicherweise für die Produktion einer Autobombe verwendet werden sollten.

Mutmaßlicher Anführer der Gruppe bereits 2017 verurteilt

Die Verdächtigen hatten einen Wohnsitz in den Niederlanden, ein beschlagnahmter Transporter soll jedoch ein französisches Kennzeichen gehabt haben. Die Verdächtigen waren am späten Nachmittag in Arnheim im Osten des Landes nahe der deutschen Grenze beziehungsweise in Weert im Südosten festgenommen worden. Drei Verdächtige kommen aus Arnheim, zwei aus Rotterdam, einer aus Vlaardingen und eine Person aus Huissen, wie das niederländische Blatt „AD“ schreibt.

Bei der Aktion waren 400 schwer bewaffnete Beamte beteiligt und Helikopter eingesetzt worden.

Kopf der Gruppe soll ein 34-jähriger Iraker aus Arnheim sein. 2017 war der 34-Jährige bereits zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er habe sich der Terrormiliz IS anschließen wollen. Auch zwei weitere der nun festgenommenen Männer waren aus diesem Grunde vorbestraft.

Auf der Suche nach Kalaschnikows und Granaten

Nach einem Hinweis des Geheimdienstes waren die Ermittlungen bereits im April gestartet worden. Im Zentrum der Gruppe soll demnach ein 34-jähriger Mann aus dem Irak stehen. Der Mann mit Wohnsitz in Arnheim war im April ins Visier der Ermittler geraten. Er war bereits 2017 verurteilt worden für den Versuch, ins Kampfgebiet der Terrormiliz IS zu reisen.

Das Alter der übrigen Verdächtigen gab die Staatsanwaltschaft mit 21 bis 34 Jahren an. Einzelheiten zu dem geplanten Anschlag und den Verdächtigen nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Die Ermittlungen dauern noch an.

Die Verdächtigen waren nach Angaben der Ermittler auf der Suche nach Kalaschnikows, Pistolen, Handgranaten, Bombenwesten und Grundstoffen für die Herstellung einer Autobombe. Bei ihrer Festnahme stellte die Polizei fünf Handfeuerwaffen sicher. Die Festgenommenen sollten am Freitag dem Haftrichter in Rotterdam vorgeführt werden. (dpa)