Seuche

Afrikanische Schweinepest nahe deutscher Grenze festgestellt

Wegen Tierseuche: Wildschweine können ganzjährig gejagt werden

Die Bundesregierung hebt zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest die Schonzeit für Wildschweine auf: Sie können nun ganzjährig bejagt warden.

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Die Afrikanische Schweinepest breitet sich aus. Einige Fälle wurden nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt festgestellt.

Die Afrikanische Schweinepest ist bei tot aufgefundenen Wildschweinen im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Belgien nachgewiesen worden. Die Seuchenfälle wurden nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt festgestellt, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Damit ist die Afrikanische Schweinepest auch in Westeuropa aufgetaucht.

Betroffen von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind bereits acht osteuropäische Staaten sowie Russland. In Rumänien hat die Seuche das größte Ausmaß seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland, doch mit der Zunahme der Nachweise wächst das Risiko.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Jäger sollen tote Wildschweine melden

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, sie nehme die Situation ernst – „aber wir sind gut vorbereitet“.

Ihr Ministerium stehe in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission. Das Ministerium wies erneut auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in der Schweinehaltung hin. Jäger wurden aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörde anzuzeigen, um eine Untersuchung zu sichern.

Mehr als 4800 Fälle in Europa

Die nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) betonte: „Wir sind in Nordrhein-Westfalen gut gerüstet.“

Europaweit waren bis Ende August mehr als 4800 Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen und in Hauschweinbeständen gemeldet worden – rund 700 mehr als im gesamten Vorjahr. In Rumänien waren dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge inzwischen mehr als 780 Schweinehaltungen betroffen, die Lage im Land gilt als besonders kritisch.

Da es keinen Impfstoff gegen die Seuche gibt, müssen Experten zufolge die klassischen Bekämpfungsmethoden wie die Einrichtung von Sperrgebieten, die Tötung infizierter Bestände sowie die gezielte Jagd auf Wildschweine greifen. (dpa/jb)