Drohbriefe

Unbekannter bedroht jüdische und muslimische Kita-Kinder

Die Polizei hat ihre Präsenz in der Nähe von Kindertagesstätten im Landkreis München verstärkt. (Symbolbild)

Die Polizei hat ihre Präsenz in der Nähe von Kindertagesstätten im Landkreis München verstärkt. (Symbolbild)

Foto: Rene Ruprecht / dpa

Ein Unbekannter hat im Raum München volksverhetzende Briefe an Kindertagesstätten verteilt. Täter droht mit physischer Gewalt.

Berlin.  Im Landkreis München hat ein Unbekannter Drohbriefe an mehrere Kindertagesstätten verteilt. Wie die Polizei München am Montag mitteilte, werden in den Briefen mit „volksverhetzendem Inhalt“ Drohungen gegen jüdische und muslimische Kinder ausgesprochen. Die Ankündigungen des Täters seien nach Einschätzung der Ermittler derzeit zwar „nicht ernst zu nehmen“, dennoch habe die Polizei mit den elf betroffenen Einrichtungen Kontakt aufgenommen und entsprechende Überwachungsmaßnahmen umgesetzt.

Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) und des „Münchner Merkurs“ (MM) sind die identischen Schreiben mit einem Hakenkreuz im Briefkopf versehen. Der Verfasser gebe an, im Namen des deutschen Volkes gegen „biologischen Müll“ und „Dreck aus dem Nahen Osten“ vorgehen zu wollen.

Verfasser droht mit Gewalt

In den Briefen, die seit dem 3. Juli in leicht veränderter Form auch bei mehreren Behörden und religiösen Einrichtungen im Raum München eingingen, drohe der Täter zudem mit dem Auslegen von Giftködern und brutaler physischer Gewalt. Wenn nicht alle jüdischen und muslimischen Kinder bis Montagmorgen, 10 Uhr, aus den Einrichtungen verschwänden, passiere etwas, heißt es laut „MM“ in dem Schreiben.

Am Montag fuhren Polizeibeamte verstärkt Streife und sprachen mit Erzieherinnen und Eltern, berichtet die „SZ“. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck gegen den Unbekannten. Die Briefe werden auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Schreiben in diesem Zusammenhang versandt werden, so die Polizei. Sollte der Täter identifiziert werden, müsse er sich wegen Volksverhetzung, Bedrohung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten müssen. (br)