Urteil

Ex-Kunstberater Achenbach muss Aldi-Erben Millionen zahlen

Ex-Kunstberater Helge Achenbach verlässt die Justizvollzugsanstalt.

Ex-Kunstberater Helge Achenbach verlässt die Justizvollzugsanstalt.

Foto: David Young / dpa

Der wegen Betrugs verurteilte Ex-Kunstberater Helge Achenbach muss zahlen. Das Gericht reduzierte jedoch die Schadensersatzforderung.

Düsseldorf.  Der frühere Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach muss den Erben des Aldi-Miteigentümers Berthold Albrecht Schadensersatz in Höhe von mehr als 16 Millionen Euro zahlen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am Donnerstag in einem Berufungsverfahren.

Das Gericht reduzierte dabei die in einem erstinstanzlichen Verfahren verhängte Schadensersatzsumme von knapp 18,8 Millionen Euro.

Nach Ansicht des Gerichts hatte sich Achenbach unter anderem der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung und des Betruges schuldig gemacht.

Schadenshöhe bleibt hinter Forderungen der Albrecht-Erben zurück

Achenbach hatte den 2012 gestorbenen Albrecht beim Kauf von Kunst und Oldtimern für den Unternehmer betrogen. Dre Kunstberater habe seine Freundschaft zu Albrecht ausgenutzt, um „nicht vereinbarte Aufschläge auf die Einkaufspreise der Kunstobjekte und Oldtimerfahrzeuge“ vorzunehmen, erklärten die Richter in ihrem Urteil. Teilweise manipulierte der Kunstberater auch Rechnungen, um sein Vorgehen zu verschleiern.

Der einstige Berater-Star war im März 2015 vom Landgericht Essen wegen Betrug, Urkundenfälschung und Untreue zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Vor wenigen Wochen war er nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe auf freien Fuß gekommen.

Bei der Schadenshöhe blieb das Gericht allerdings hinter den Forderungen der Albrecht-Erben zurück. Die Klägerseite konnte Schadensersatzforderungen für einige Kunstwerke nicht in der ursprünglich gewünschten Höhe nachweisen. Bei weiteren Kunstobjekten und Oldtimern konnte der Senat entweder eine Täuschung oder eine Preismanipulation nicht feststellen.

Eine Revision ließen die Richter nicht zu. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil eine Beschwerde gegen die Nicht-Zulassung der Revision beim Bundesgerichtshof möglich ist. (epd/dpa)