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Schlagerstar Jürgen Marcus ist tot – Lebensgefährte trauert

Er sang den Hit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben". Jetzt ist Jürgen Marcus im Alter von 69 Jahren gestorben.

München.  Schlagersänger Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“) ist tot. Er starb bereits Mitte Mai im Alter von 69 Jahren in München, wie sein Manager und Lebensgefährte Nikolaus Fischer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

„Schweren Herzens gebe ich bekannt, dass Jürgen Marcus den Kampf gegen die chronische Lungenkrankheit COPD verloren hat“. Er sei in der gemeinsamen Wohnung gestorben. Im April 2017 war öffentlich bekannt geworden, dass Marcus an COPD (Chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) erkrankt war.

Marcus litt seit 2002 an der Krankheit. Deshalb beendete er auch seine Karriere im Jahr 2017. Fünf Jahre zuvor hatte sich der Sänger wegen der Krankheit schon aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Fans blieben Marcus dennoch treu, wie auch die zahlreichen Trauebekundungen nun auf Twitter zeigen. Der gebürtige Nordrhein-Westfale hätte am 6. Juni seinen 70. Geburtstag gefeiert. Privat war Marcus mehr als 20 Jahre mit seinem Lebensgefährten Fischer liiert.

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ war Marcus’ größter Erfolg

Zu seinen größten Hits gehörten auch Lieder wie „Ein Festival der Liebe“ oder „Ein Lied zieht hinaus in die Welt“, mit dem er sich für Deutschland beim Eurovision Song Contest bewarb, jedoch nicht über Platz 9 bei der Vorentscheidung hinauskam.

YouTube-Video: Jürgen Marcus „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“
YouTube-Video: Jürgen Marcus „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“

Seine großen Erfolge feierte der Sänger aus dem Ruhrgebiet in den 70er-Jahren, neben Kollegen wie Chris Roberts oder Karel Gott. 1976 ging er beim Eurovision Song Contest für Luxemburg an den Start. Mit dem französischen Song „Chansons pour ceux qui s’aiment“ holte er Rang 14. Marcus arbeitete mit Größen der Musikbranche wie Jack White und Andrew Lloyd Webber zusammen.

Marcus kam am 6. Juni 1948 im nordrhein-westfälischen Herne zur Welt. Jürgen Marcus hieß bürgerlich Jürgen Beumer und war gelernter Maschinenschlosser. In seinen Hochzeiten war er für seine blonde Mähne, den lässigen Hüftschwung und sein strahlendes Lächeln bekannt. „Musik ist doch etwas Wunderbares, weil man die Gefühle von Menschen einfangen kann“, hatte er in einem Interview mal gesagt und betont, dass er es nicht Leid sei, seinen bekanntesten Hit auf Konzerten zum Besten zu geben. „Ich bin ja dankbar, dass ich diese Lieder habe. Wenn ich auftrete, warten die Leute schon darauf, und das ist etwas Besonderes.“

Jürgen Marcus sang Hauptrolle im Musical „Hair“

Schon mit 19 Jahren sang er und zog mit seiner ausdrucksvollen Stimme die Aufmerksamkeit auf sich. Doch das Sprungbrett auf die große Bühne war die Hauptrolle des Claude im Hippie-Kultmusical „Hair“, die er Ende 60er Jahre ergattert hatte.

Marcus experimentierte mit verschiedenen Produzenten und arbeitete unter anderem mit Andrew Lloyd Webber zusammen. Eine amerikanische Firma wollte ihn für den internationalen Markt aufbauen. Der Song „Liberation Day“ floppte 1988 allerdings schon in Deutschland. In den 90er Jahren wechselte er als Produzent mit eigenem Studio die Seiten.

Marcus feierte Comeback im Jahr 2017

Später wurde es ruhiger um ihn. 2004 erschien ein Comeback-Album mit dem Titel „Ich glaub an die Welt“, es war sein erstes Album seit 22 Jahren. Der Erfolg blieb aus. Im April 2017 gab Marcus seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft bekannt.

„Es war sein ausdrücklicher Wunsch, in aller Stille beigesetzt zu werden“, teilte sein Partner Fischer weiter mit. COPD (Chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Unter ihr leiden in Deutschland geschätzte drei bis fünf Millionen Menschen. (dpa/W.B.)