Missbrauch

Sohn nennt Vorwürfe gegen Woody Allen „falsch und erfunden“

Moses Farrow hat seinen Adoptivvater Woody Allen gegen Missbrauchsvorwürfe von seiner Schwester Dylan Farrow erneut in Schutz genommen (Archivbild).

Moses Farrow hat seinen Adoptivvater Woody Allen gegen Missbrauchsvorwürfe von seiner Schwester Dylan Farrow erneut in Schutz genommen (Archivbild).

Foto: Tristan Fewings / dpa

Eine große Familie, viele Anschuldigungen, wenig Zuneigung: Erneut hat der Sohn Woody Allens, Moses Farrow, seinen Vater verteidigt.

New York/Los Angeles.  Moses Farrow hat seinen Adoptivvater Woody Allen (82) gegen Missbrauchsvorwürfe von seiner Schwester Dylan Farrow (32) erneut in Schutz genommen. In einem Blogeintrag am Mittwoch machte der 40-Jährige Fotograf und Therapeut zugleich seiner Adoptivmutter Mia Farrow (73) Vorwürfe, die Schauspielerin habe ihn und andere seiner vielen Geschwister misshandelt.

Er habe in großer Angst vor seiner Mutter gelebt, schreibt Dylan Farrow. Sie habe viele ihrer Kinder geschlagen, für geringste Vergehen hart bestraft, einer Gehirnwäsche unterzogen und sie später gegen Woody Allen aufgebracht.

Dylan Farrow wirft ihrem Adoptivvater sexuellen Missbrauch vor

Angesichts der „unglaublich falschen und irreführenden Attacken“ gegen seinen Vater melde er sich nun erneut zu Wort. Allen werde in der Öffentlichkeit für ein Verbrechen verurteilt, das er nicht begangen habe, schreibt der Sohn.

Die Adoptivtochter Dylan Farrow hatte Anfang des Jahres erneut Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur vorgebracht. Er habe sie als Siebenjährige im Elternhaus an ihren Geschlechtsteilen angefasst, sagte sie in einem TV-Interview. Allen hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Belästigung habe so nie stattgefunden

Er sei an dem Tag des angeblichen Vorfalls im August 1992 als 14-Jähriger an der Seite seiner jüngeren Schwester gewesen, schreibt Moses Farrow in dem Blog. Darin weist er Dylans Ausführungen über die Umstände der von ihr beschriebenen Belästigung als erfunden ab.

Dylan Farrow reagierte am Mittwoch scharf auf die Darstellung ihres Bruders. Er sei eine „gestörte“ Person, schrieb sie auf Twitter. Dies sei ein Versuch, ihre „glaubwürdigen“ Vorwürfe zu diskreditieren. Sie nahm auch ihre Mutter in Schutz, die nach Dylans Worten immer zu ihnen gehalten habe.

Viele Schauspieler wollen nicht mehr mit allen arbeiten

Die junge Frau hatte erstmals 2014 öffentlich gegen ihren Vater Front gemacht.Im Zuge der „Time's Up“- und „Me Too“-Bewegung brachte sie die Missbrauchsvorwürfe im Januar erneut vor. Schauspieler wie Colin Firth, Timothée Chalamet, Mira Sorvino, Greta Gerwig und Ellen Page erklärten daraufhin, dass sie zukünftig nicht mehr mit Allen drehen wollten.

Allen hat die Anschuldigungen stets bestritten. Mia Farrow hatte nach ihrer Trennung von Allen 1992 in einem Sorgerechtsprozess erstmals von Missbrauch gesprochen. Die Polizei ermittelte, es kam aber nicht zu einer Anklage.

Allen verlor allerdings das Sorgerecht für die drei gemeinsamen Kinder, Dylan, Moses und Ronan. Er ging damals eine Beziehung mit Farrows Adoptivtochter Soon-Yi Previn ein, seit 1997 sind die Eltern von zwei Kindern miteinander verheiratet. (dpa)