Anschlag?

Anwalt: Deniz Naki nach Angriff an sicherem Ort

Damals noch für St. Pauli unterwegs: Deniz Naki als Bundesliga-Spieler (Archivbild).

Damals noch für St. Pauli unterwegs: Deniz Naki als Bundesliga-Spieler (Archivbild).

Foto: Christian Charisius / REUTERS

Auf den Ex-Spieler von St. Pauli wurde in seinem Auto geschossen. Deniz Naki gilt als Kritiker der türkischen Regierung.

Düren.  Nach den Schüssen auf den deutsch-türkischen Fußballspieler Deniz Naki steht der 28-Jährige nun unter Polizeischutz. Naki halte sich an einem verborgenen Ort auf, sagte sein Anwalt Soran Haldi Mizrak am Dienstag.

In der Nacht zu Montag war der 28-Jährige nahe dem rheinischen Düren auf der Autobahn A4 aus einem fahrenden Wagen beschossen worden . Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung gegen Unbekannt. Der ehemalige St.-Pauli-Spieler mit kurdischen Wurzeln gilt als Kritiker der türkischen Regierung und sieht sich als Opfer eines politisch motivierten Mordanschlags.

Naki in Diyarbakir unter Vertrag

Die Staatsanwaltschaft nimmt Nakis Hinweise sehr ernst, kann aber zu den Hintergründen und Motiven noch keine Angaben machen. Es werde weiter „in alle Richtungen“ ermittelt, sagte ein Sprecher.

Eine Mordkommission sei eingerichtet. Der aus Düren stammende frühere Spieler der deutschen U21-Nationalmannschaft ist aktuell beim Drittligisten Amed SK in der Kurdenmetropole Diyarbakir unter Vertrag und sieht sich wegen pro-kurdischer Äußerungen als „Zielscheibe“.

Naki will in die Türkei zurückkehren

Es gehe Naki „gut“ nach dem Schock, sagt sein Anwalt. Aber er habe Angst um sein Leben. „Er ist nicht sicher in Deutschland momentan.“ Mizrak schildert: „Deniz hält sich jetzt an einem geheimen Ort auf. Die Polizei schützt ihn.“

Dem Anwalt zufolge will sich der ehemalige Stürmer des FC St. Pauli und SC Paderborn nicht unterkriegen lassen. „Er hat entschieden, mit seiner Familie wieder in die Türkei zurückzukehren“, sagt Mizrak. Naki steht dort beim Drittligisten Amed SK in der Kurdenmetropole Diyarbakir unter Vertrag. Als die Schüsse auf seinen Wagen fielen, war er privat im Raum Düren - zwischen Aachen und Köln - unterwegs, wo er geboren wurde und aufgewachsen ist. (dpa)