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Politiker will Obdachlose für Harrys Hochzeit verbannen

Prinz Harry und die US-amerikanische Schauspielerin Meghan Markle planen derzeit ihre Hochzeit.

Prinz Harry und die US-amerikanische Schauspielerin Meghan Markle planen derzeit ihre Hochzeit.

Foto: Dominic Lipinski / dpa

Im Mai heiraten Prinz Harry und Meghan Markle in Windsor. Ein Lokalpolitiker fordert nun: Obdachlose sollen dann die Straßen verlassen.

London/Windsor.  Ein britischer Kommunalpolitiker hat mit einer Forderung heftigen Widerstand ausgelöst: Er forderte, vor der Hochzeit von Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36) am 19. Mai, Bettler und Obdachlose mit Hilfe der Polizei aus der Ort Windsor zu verbannen.

Simon Dudley hatte in mehreren Tweets und einem Brief an den lokalen Polizeichef die Sorge zum Ausdruck gebracht, Obdachlose im Straßenbild könnten „eine schöne Stadt in einem leider unvorteilhaften Licht erscheinen lassen“.

Vor allem Bettler würden eine „besorgniserregende und feindselige Atmosphäre“ schaffen für Bewohner und „die sieben Millionen Touristen, die jedes Jahr nach Windsor kommen“, schrieb der konservative Vorsitzende des Kommunalparlaments von Windsor und Maidenhead.

Dabei betonte er, dass viele Bettler in der Stadt seiner Ansicht nach nicht wirklich obdachlos seien. Die Restlichen hätten Dudley zufolge „alle Unterstützungsangebote“ abgelehnt. Geht es nach ihm, soll unter anderem ein Gesetz aus dem Jahr 1824 genutzt werden, das das Übernachten im Freien und Betteln unter Strafe stellt.

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Theresa May mischt sich in Debatte ein

Die britische Premierministerin Theresa May schaltete sich am Donnerstag in die Debatte ein. „Ich bin nicht einverstanden mit den Äußerungen, die der Ratsvorsitzende gemacht hat“, sagte May bei einem BBC-Interview am Donnerstag.

May schlug stattdessen vor, lokale Behörden sollten mit der Polizei zusammenarbeiten, um Unterkünfte für die Obdachlosen zu finden. Gegen aggressives Betteln müsse vorgegangen werden. May ist die Abgeordnete im Parlament für den betroffenen Wahlkreis Windsor and Maidenhead.

Hilfsorganisationen sind geschockt

Hilfsorganisationen zeigten sich über Dudleys Vorstoß empört. Murphy James vom Windsor Homeless Project bezeichnete die Äußerungen dem „Guardian“ zufolge als „abscheulich“. Obdachlose würden nicht aus freien Stücken auf der Straße schlafen, sondern weil „etwas schief gelaufen“ sei.

Obdachlose zu kriminalisieren sei nicht die Antwort, sagte der Gründer der Obdachlosenzeitschrift „The Big Issue“, John Bird. „Ich habe keinen Zweifel, dass Harry und Meghan auch darum besorgt sind, dass das Problem in einer Weise angegangen wird, die echte und nachhaltige Veränderung im Leben obdachloser Menschen bewirkt.“

Prinz Harry und Meghan Markle wollen am 19. Mai auf Schloss Windsor heiraten. Sie sind beide sozial engagiert. Harry tritt immer mehr in die Fußstapfen seiner verstorbenen Mutter Prinzessin Diana, die sich besonders für Obdachlose einsetzte. Der Palast wollte die Angelegenheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht kommentieren. (dpa)

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hatte es geheißen, dass Prinz Harry und Meghan Markle in London heiraten würden. Die Hochzeit findet aber in Windsor statt.