Performance-Kunst

Künstler nagelt in Wittenberg seinen Penis an einen Baum

An einen Baum im Luthergarten hatte der Performance-Künstler seinen Penis genagelt (Archivfoto).

Foto: imago stock&people / imago/epd

An einen Baum im Luthergarten hatte der Performance-Künstler seinen Penis genagelt (Archivfoto).

Max Uwe Jensen ist für umstrittene Performance-Kunst bekannt. Nun hat der Däne mit einer Aktion in Sachsen-Anhalt für Ärger gesorgt.

Wittenberg.  Der umstrittene dänische Performance-Künstler Max Uwe Jensen hat in Wittenberg erneut mit einer Aktion für Aufsehen gesorgt. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete, nagelte der 45-jährige Mann am Dienstagnachmittag seinen Penis sowie ein Brett an einen Baum im Luthergarten.

Diesen Baum hatte die dänische Königin Margrethe II. vor über einem Jahr anlässlich des Reformationsjubiläums gepflanzt. Bei seiner Aktion habe er Martin Luther (1483-1556) zitiert, wie das Blatt weiter berichtet: "Selbst wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch meinen Apfelbaum pflanzen."

Die Stadt Wittenberg bezeichnet die Aktion des Dänen der Zeitung zufolge als Sachbeschädigung. Der Wittenberger Superintendent Christian Beuchel kritisierte die Aktion als "abstoßend, eklig, unästhetisch". Kunst solle den Blick auf die Welt neu öffnen, sagte Beuchel. Das sei hier kaum der Fall. Er hoffe, "dass der Baum keinen Schaden genommen hat".

Nicht Jensens erste Aktion

Es ist nicht die erste Penis-Aktion des Künstlers. Bereits vor einem Jahr hatte er in Wittenberg nackt vor der Thesentür der Schlosskirche posiert. Damals klebte er seinen Penis mit Klebeband an der Tür fest und zitierte ebenfalls Luther mit den Worten: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders."

Die Polizei hatte daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts exhibitionistischer Handlungen eingeleitet. Das Verfahren sei später eingestellt worden, schreibt die "Mitteldeutsche Zeitung". Nun droht ihm erneut eine Anzeige, denn Hans W. Kasch, Pastor und Direktor des Wittenberg-Zentrums vom Lutherischen Weltbund, sieht in der Aktion eine Sachbeschädigung. Er betonte: "Nägel gehören nicht in Bäume".

Der Künstler und seine Assistenten ahnten offenbar, dass das Ganze ein Nachspiel haben könnte. Sie beendeten die Kunst-Aktion nach wenigen Minuten wieder und verabschiedeten sich schnell in Richtung Dänemark. (jei/epd)

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