Polizeieinsatz

Entwarnung: Keine Granate in DHL-Paket an Staatskanzlei

Ein Transporter mit DHL-Logo fährt an der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt vorbei.

Ein Transporter mit DHL-Logo fährt an der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt vorbei.

Foto: Martin Schutt / dpa

In Thüringens Staatskanzlei in Erfurt ist ein verdächtiges Paket gefunden worden. Nun steht fest: Der Inhalt war nicht gefährlich.

Erfurt.  Ein verdächtiges DHL-Paket an die Thüringer Staatskanzlei hat nach Ermittlungen der Polizei keinen explosiven Inhalt. Es beinhalte keinen gefährlichen Gegenstand wie die Paketbombe in Potsdam, wie nach einer ersten Röntgenuntersuchung des Pakets am Montag angenommen worden war, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt auf Anfrage.

Das Paket sei an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) adressiert gewesen. Mitarbeitern der Staatskanzlei war die DHL-Sendung verdächtig vorgekommen, weil sie keinen Absender trug. Die Polizei stellte das Paket sicher.

Polizei vermutete zunächst Wurfgranate im Paket

Nach Angaben von Ramelow hatte die Polizei zunächst von einer möglichen Wurfgranate in der Sendung gesprochen. Bei der Öffnung durch Spezialisten der Polizei entpuppte sich der Inhalt laut Staatsanwaltschaft jedoch als zusammengerollte Kataloge.

Ramelow hatte davor gewarnt, eine Parallele zu dem Fund einer Paketbombe in Potsdam und einer möglichen Erpressung des Paketdiensts DHL zu ziehen. „Das ist pure Spekulation“, sagte er nach dem Fund in der Staatskanzlei.

DHL-Erpresser verschickten Potsdamer Paketbombe

Auch der verdächtige Brief, der am Montag im Landratsamt in Sondershausen (Kyffhäuserkreis) entdeckt worden war, entpuppte sich als ungefährlich. Es handelte sich um eine zerfallene Grußkarte.

Spezialisten der Bundespolizei hatten den Brief geröntgt und Entwarnung gegeben, wie die Polizei mitteilte. Zuvor war das Landratsamt gesperrt worden. Eine Mitarbeiterin hatte am Morgen in dem Brief ohne Absender der Verwaltung zufolge Pulver und „etwas Technisches“ gefühlt und die Polizei alarmiert. Anhand der Karte selbst konnte der Absender schließlich ausfindig gemacht werden. Details wollte die Polizei dazu nicht nennen.

Zwei Dutzend Hinweise zum Potsdamer Päckchen

Unterdessen hat die Potsdamer Polizei bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser etwa zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Polizeisprecher mit. An dem Fall arbeitet eine Sonderkommission. Die Paketbombe war in den vergangenen Tagen an eine Potsdamer Apotheke geliefert worden. (dpa)