Übergriff

Häftling soll Ehefrau vor Zeugen in JVA vergewaltigt haben

In der JVA in Diez sitzen viele zu lebenslänglicher Haft verurteilte Häftlinge ein.

In der JVA in Diez sitzen viele zu lebenslänglicher Haft verurteilte Häftlinge ein.

Foto: Renedlam (CC BY-SA 3.0)

Sie war mit ihren beiden Kindern zu Gast: Im Besucherraum der JVA Diez soll ein verurteilter Mörder seine Frau vergewaltigt haben.

Diez.  Ein Häftling des Gefängnisses Diez in Rheinland-Pfalz soll seine Ehefrau in einem Besucherraum vergewaltigt haben. Der verurteilte Mörder habe sie am Donnerstag außerdem mit einem selbst gebauten Stichwerkzeug verletzt, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag mitteilte. Lebensgefahr bestehe nicht.

Wie es in dem Raum zu dem Vorfall kommen konnte, sei „ein Rätsel, das wir lösen müssen“, sagte ein Sprecher. Zur gleichen Zeit hätten dort vier weitere Besuche stattgefunden. Bei dem Stichwerkzeug handelt es sich einem Sprecher des Justizministeriums zufolge um eine Scherbe. Der Südwestrundfunk (SWR) hatte zuvor über den Fall berichtet.

Frau war mit Kindern zu Besuch

Die Frau war laut Staatsanwaltschaft mit ihren beiden Kindern zu Besuch in der Justizvollzugsanstalt (JVA). In dem Besucherraum soll der 35-jährige Mann aggressiv gegenüber seiner Frau geworden sein. Anschließend habe er sie dort zum Geschlechtsverkehr gezwungen und auf sie eingestochen.

„Ein Mithäftling versuchte daraufhin, den Beschuldigten dazu zu bewegen, von seiner Ehefrau abzulassen“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Angestellte der JVA hätten den 35-Jährigen schließlich überwältigen können.

Im Oktober erhängte sich Sextäter nach Übergriff

Der Mann sitzt im Gefängnis, weil er wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt wurde. Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung. Das Ministerium will den Vorfall intern mit der Leitung der JVA Diez aufarbeiten und „Konsequenzen daraus ziehen“.

Mitte Oktober hatte ein Häftling der JVA Lingen in Niedersachsen auf einem Freigang in Delmenhorst eine Justizmitarbeiterin überfallen und vergewaltigt . Der Sexualstraftäter hatte sich anschließend das Leben genommen. (dpa)