Demenz

Saturn gelingt mit emotionalem Werbespot ein Viral-Hit

Saturn-Werbespot: Der Elektronik-Händler rührt mit in einem Spot, der die Krankheit Demenz thematisiert, Zuschauer zu Tränen. Doch es gibt auch viel Kritik im Netz.

Beschreibung anzeigen

Edeka hat es vorgemacht, andere zogen nach. Dieses Jahr läutet Saturn mit emotionalem Spot das Vorweihnachts-Marketing ein.

Berlin.  Demenz ist eine furchtbare Krankheit, nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch und vor allem für die engen Familienmitglieder. Denn kann sich der Demenzkranke nicht mehr an seine Lieben erinnern, verlieren sie einen Menschen, obwohl er eigentlich noch da ist. Genau dieses Thema nimmt das Elektronik-Geschäft Saturn in seinem Werbeclip „Anna“ auf – und rührt damit viele Zuschauer zu Tränen.

Mehr als 1,7 Millionen Mal wurde der Clip auf YouTube seit Mittwoch bereits aufgerufen (Stand: Freitagvormittag). Mit dem Werbespot hat Saturn offenbar die Vorweihnachts-Werbezeit eingeleitet.

Unternehmen setzen in der Vorweihnachtszeit auf emotionales Marketing

Viele Unternehmen wie Edeka mit seinem einsamen Rentner oder H&M mit einer Zug-Geschichte haben in der Vergangenheit vor allem in der Vorweihnachtszeit auf emotionale, rührende Spots gesetzt – und damit große Marketing-Erfolge gefeiert.

In dem aktuellen Clip geht es um eine Frau, die ihren dementen Vater in ein Pflegeheim geben muss. Regelmäßig besucht sie ihm, liest ihm aus Büchern vor, bringt ihm Geschenke mit. Doch der Vater reagiert nicht auf sie, sitzt apathisch daneben und scheint seine Tochter nicht zu erkennen.

Tochter bringt ihrem Vater eine Virtual-Reality-Brille mit

Die Frau weint – hat aber noch eine Idee. Sie bringt ihrem Vater eine Virtual-Reality-Brille mit und zeigt ihm Videos von früher, legt dazu eine seiner alten Schallplatten auf: „Always On My Mind“ von Elvis Presley. Die Reaktion des alten Mannes ist zwar vorhersehbar, dadurch aber nicht weniger rührend. Natürlich erkennt er seine Tochter wieder.

„Anna“ ist übrigens nur einer von vier Saturn-Werbeclips, die zu Herzen gehen. Auch der grummelige Nachbar mit weichem Kern in „Schlaflos“, der kleine Junge und sein Vater in „Monster“ oder der romantische Heiratsantrag in „Lichter“ machen es dem Zuschauer warm ums Herz. (jkali)