Todesfall

Musik-Legende Fats Domino im Alter von 89 Jahren gestorben

Fats Domino im Jahr 2006.

Fats Domino im Jahr 2006.

Foto: Lee Celano / REUTERS

Sein Song „The Fat Man“ war einer der ersten Rock’n’Roll-Songs überhaupt. Zeitweise verkaufte der Bluessänger mehr Platten als Elvis.

New Orleans.  Der legendäre Rock’n’Roll- und Bluessänger Fats Domino, der mit Hits wie „Blueberry Hill“, „Ain’t That a Shame“ und „I’m Walkin’“ Millionen Fans erreichte, ist tot. Das bestätigte der zuständige Gerichtsmediziner im Bezirk Jefferson Parish im US-Bundesstaat Louisiana der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Domino wurde 89 Jahre alt. Fünf Jahrzehnte lang feierte der US-Bluessänger Erfolge – bis ihm eine Naturkatastrophe fast alles nahm. Ein Hubschrauber rettete ihn aus den Fluten des Hurrikans „Katrina“. Doch Domino schaffte das Comeback.

„I’m alive and kicking“ nannte er sein nächstes Album und spendete den Erlös der CD seiner so schwer getroffenen Heimatstadt.

Fats Domino startete mit Deltablues, Country, Cajun und Jazz

Geboren wurde Fats – eigentlich Antoine – Domino als eines von neun Kindern in eine kreolische und höchst musikalische Familie im tiefen Süden der USA. Sein Vater spielte Violine, von seinem Schwager lernte er Klavier. Mit 14 verließ er die Schule und arbeitet in einer Fabrik, um nachts in Clubs auftreten zu können. Seine Musik: einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz.

Mit 20 klappte der Durchbruch: Dominos Plattendebüt „The Fat Man“ – einer der ersten Rock’n’Roll-Songs überhaupt – wurde fast über Nacht zum Millionenerfolg. Danach schloss sich Domino mit dem Trompeter Dave Bartholomew zusammen; das Team schieb bald einen Hit nach dem anderen. Für 23 Singles wurde der Sänger in nur zehn Jahren mit Gold ausgezeichnet. In guten Zeiten verkaufte er mehr Platten als Elvis – insgesamt 65 Millionen.

Dominos Stern sank mit dem Aufstieg der Beatles

Aber mit dem Aufstieg der Beatles und Rolling Stones begann sein Stern zu sinken. Nur noch selten feiert Domino Charts-Erfolge, dafür tourte er durch die Welt. 1986 wurde er in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen, wenig später auch die Ruhmeshalle des Blues – eine seltene Doppel-Ehrung.

Seiner Heimat New Orleans blieb Domino sein ganzes Leben lang treu. Gemeinsam mit seiner langjährigen Ehefrau Rosemary, die 2008 starb, zog er dort acht Kinder groß. Und auch nach „Katrina“ dachte er nicht daran, sein Viertel zu verlassen. (dpa)