Populismus

Wie eine Transvestiten-Partei Wahlkampf gegen die AfD macht

Im Brandenburger Landtag sitzt die AfD schon – Transvestiten kämpfen nun gegen ihren Einzug in den Bundestag.

Im Brandenburger Landtag sitzt die AfD schon – Transvestiten kämpfen nun gegen ihren Einzug in den Bundestag.

Foto: imago stock&people / imago/Martin Müller

Die Botschaft der Travestie-Künstlerinnen: Wählen gehen, um Rechtspopulisten im Bundestag zu verhindern.

Berlin.  Ein Damenschuh statt eines roten Hakens auf dem Logo, kecke Sprüche statt völkischer Parolen auf den Postern: So originell kämpft die Kunstaktion „Travestie gegen Deutschland“ (kurz: TfD) mit ihrer Plakatkampagne gegen die AfD. Die Botschaft der Gruppe Transsexueller: Geht wählen – gegen den Populismus!

„Wenn einer von euch AfD wählt, schmink ich euch kaputt“, warnt Jacky-Oh Weinhaus, die Vorsitzende der Fake-Partei, auf einem der Poster. Sie und andere Berliner Travestie-Künstlerinnen wie Jessica Parka stecken laut „Stuttgarter Nachrichten“ hinter der Aktion. Das Projekt richte sich gegen die „AfD-Plakate mit ihren reißerischen, zum Teil sexistischen, chauvinistischen und völkischen Inhalten“, erklärt Alexander Winter, der Pressesprecher der TfD, dem Blatt.

„Travestie für Deutschland“ plant weitere Projekte

Diese sollten „jedem Demokraten in diesem Land ein Dorn im Auge sein.“ Ziel sei es, Menschen zu politisieren, da alle Bürger für ihr Parlament verantwortlich seien. Eigentlich sollte sich die Initiative nur auf eine Social-Media-Kampagne und den Aushang einiger Plakate in Berliner Lokalen beschränken.

Doch die TfD wird nicht nur in den sozialen Netzwerken gefeiert – nun erreichen die Mitglieder auch Anfragen aus Städten überall in Deutschland. Deshalb plant die Gruppe weitere Projekte wie Events und Debatten. Dadurch erlangt die Initiative noch mehr Aufmerksamkeit – schade nur, dass man die kunterbunte, queere Fake-Partei im September nicht wirklich wählen kann. (leve)