Verbrechen

Eine Milliarde Euro Schaden durch Organisierte Kriminalität

Wirtschaftskriminalität macht einen großen Teil des Schadens aus, den organisiertes Verbrechen anrichtet.

Foto: dpa/Jens Wolf / dpa

Wirtschaftskriminalität macht einen großen Teil des Schadens aus, den organisiertes Verbrechen anrichtet.

Organisierte Kriminalität hat 2016 mehr als eine Milliarde Euro Schaden angerichtet. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Wiesbaden.  Der Schaden durch Organisierte Kriminalität (OK) ist im vergangenen Jahr in Deutschland dramatisch gestiegen und hat einen Wert von mehr als einer Milliarde Euro erreicht. "Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen ein kontinuierlicher Rückgang der Schadenssumme zu verzeichnen war, wurde für das Jahr 2016 ein deutlicher Anstieg festgestellt (plus 137,1 Prozent)", heißt es im "Bundeslagebild Organisierte Kriminalität".

Es wurde am Dienstag vom Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden veröffentlicht. Mit einer Summe von mehr als 684 Millionen Euro gehe der größte Schaden auf Wirtschaftskriminalität zurück, erläuterte eine BKA-Sprecherin.

Fast ein Drittel dieses Schadens (296 Millionen Euro) sei bei einem Verfahren mit Briefkastenfirmen in sogenannten Steueroasen entstanden. Dabei wird wegen nicht genehmigter Finanzdienstleistungen, Anlagebetrugs und Geldwäsche ermittelt.

Mehr als ein Drittel der Gruppen handelt mit Drogen

Hinter der Wirtschaftskriminalität verursachten Steuer- und Zolldelikte (227 Millionen Euro) den zweitgrößten Schaden, gefolgt von Eigentumskriminalität (54 Millionen Euro). Cybercrime (29 Millionen Euro) landete auf Platz vier.

Die Zahl aller Ermittlungsverfahren ging gegenüber dem Vorjahr leicht (minus 3) zurück, auf 563. Mehr als ein Drittel der verdächtigen Gruppierungen handelte mit Rauschgift. Die Verfahren bei den Eigentumsdelikten nahmen um 14 auf 98 zu. Die beiden Delikte machten mehr als die Hälfte aller gemeldeten OK-Verfahren aus.

Die Täter werden professioneller

Von den 8655 Tatverdächtigen (minus 20) hatte knapp ein Drittel den deutschen Pass. Die Täter werden nach Einschätzung der Ermittler immer professioneller. "Dies zeigt sich unter anderem in der hohen Mobilität", heißt es im Lagebericht. Viele Gruppierungen reisten nach Deutschland, um Straftaten zu verüben, und kehrten anschließend in ihre Heimatländer zurück. Zudem nutzten sie zunehmend verschlüsselte Kommunikation und das Internet, um Straftaten zu begehen. (dpa)

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