Marketing

Unretuschierte Bikini-Models: Onlineshop streicht Photoshop

Bikini-Models werden auf Werbeaufnahmen fast immer retuschiert. Asos verzichtet nun darauf. (Symbolbild)

Bikini-Models werden auf Werbeaufnahmen fast immer retuschiert. Asos verzichtet nun darauf. (Symbolbild)

Foto: Michael Eichhammer / imago/Michael Eichhammer

Schluss mit glatter Makellosigkeit: Zunehmend erklären Firmen bei Werbefotos den Verzicht auf Bildbearbeitung. Nun geht es um Dessous.

Berlin.  Fotos in Zeitschriften, Katalogen oder Online-Shops sind von der ungeschönten Wahrheit für gewöhnlich mindestens fünf Photoshop-Klicks entfernt. Der Online-Modehändler Asos hat das nun geändert. Um eben nicht nur übermäßig glatte Haut oder narbenfreie Körper zu präsentieren, lässt das Unternehmen nun die Bildbearbeitung weg – auch bei Bikini-Fotos.

Für die neueste Kampagne werden den Models die kleinen Makel nicht mehr wegretuschiert. Wobei Makel reichlich übertrieben klingt. Die Models sind eben immer noch Models mit einem extrem schlanken Körper. Aber auch sie haben eben ein wenig Orangenhaut an Oberschenkel und Po oder Pigmentflecken und Narben. Dass das nichts ist, was man nicht zeigen könnte, macht der Versandhändler mit diesen Werbeaufnahmen deutlich.

Viel Lob für Asos auf Twitter und Co.

Damit schließt sich Asos der „Body Positivity“-Bewegung an. Und das kommt gut an. In den sozialen Netzwerken loben zahlreiche Frauen die unretuschierten Fotos. „Schaut, wie schön sie sind“, lobt eine Twitternutzerin – vor allem MIT den kleinen, ganz natürlichen Makeln. Aktuell finden sich auf der Bestellplattform allerdings auch noch zahlreiche klassische Werbeaufnahmen – feinsäuberlich retuschiert.

Asos ist nicht der erste Händler, der auf die Bearbeitung der Bilder verzichtet. Auch Boohoo.com setzt auf Natürlichkeit. Und die Kosmetikmarke Dove hatte schon 2004 Furore damit gemacht, für eine Kampagne nicht auf professionelle Models mit den vermeintlichen Idealmaßen zu setzen. (jei)