Rechtsextreme

Ballermann-Publikum buht Neonazis aus Kultkneipe Bierkönig

Neonazis wollten am Ballermann auf Mallorca ausländerfeindliches Gedankengut verbreiten. Das Publikum einer Kultkneipe wehrte sich dagegen.

Neonazis wollten am Ballermann auf Mallorca ausländerfeindliches Gedankengut verbreiten. Das Publikum einer Kultkneipe wehrte sich dagegen.

Foto: imago stock&people

Neonazis haben versucht am Ballermann ausländerfeindliche Parolen zu verbreiten. Doch sie haben die Rechnung ohne die Besucher gemacht.

Berlin.  In der Kultkneipe Bierkönig auf Mallorca hat es am Freitagabend einen Zwischenfall gegeben, bei dem Neonazis ausländerfeindliche Parolen gegrölt haben. Doch ihr Auftritt wurde schnell beendet. Offensichtlich hatte die rechtsextreme Gruppe nicht mit der Reaktion einer Schlagersängerin und des Publikums gerechnet.

Wie auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen ist, begann der Vorfall damit, dass die Neonazis während eines Auftritts der Sängerin Mia Julia Brückner eine Reichskriegsflagge an einem Geländer aufhingen. Während einer kurzen Pause zwischen zwei Liedern skandierte die Gruppe: „Ausländer raus“. Als die Künstlerin dies bemerkte forderte sie die Gruppe deutlich auf, die Flagge abzunehmen.

Facebook-Video zeigt, wie das Publikum reagiert

„Macht sofort die Scheiße darunter“, so die Worte von Mia Julia, die für Partyschlager und Stripeinlagen auf der Bühne bekannt ist. Die Parolen der Rechten waren zu dem Zeitpunkt aber kaum noch zu hören. Die Partygäste buhten die Flaggenträger aus und riefen „Nazis raus“ bis schließlich auch Sicherheitskräfte die Neonazis aus dem Bierkönig begleiteten. Neben dem Publikum und der Sängerin reagierte auch der DJ geistesgegenwärtig. Als Mia Julia auf den Anti-Nazi-Song „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten hinwies, spielte der DJ den Song auch an.

Auf Facebook schilderte die Sängerin Mia Julia, dass die Situation nicht ausgeartet und alles verhältnismäßig friedlich geblieben sei. Zu den Parolen der Neonazis schrieb sie zudem: „Auf Mallorca sind wir immer noch Gast in einem fremden Land, vergesst das bitte nie!“

Woher die rechtsextreme Reisegruppe stammt, ist bisher noch nicht geklärt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Teile der Gruppe auch gewaltbereit sind. Einer der Männer trug zumindest ein T-Shirt eines Kampfsportturniers, bei dem sich fast ausschließlich Neonazis treffen. (ac)