Kindesmissbrauch

Missbrauchsverdacht: Bistum Würzburg zeigt Priester an

Ministranten beim Gottesdienst. Immer wieder kommen Missbrauchsfälle in der Kirche ans Licht.

Ministranten beim Gottesdienst. Immer wieder kommen Missbrauchsfälle in der Kirche ans Licht.

Foto: imago stock&people

Ein Priester in Würzburg soll einen Ministranten sexuell missbraucht haben, das Bistum hat ihn nun angezeigt. Der Mann ist vorbestraft.

Würzburg.  Wegen sexuellen Missbrauchs eines minderjährigen Ministranten hat das Bistum Würzburg einen Priester im Ruhestand angezeigt. Der Vorfall soll sich bereits Anfang der 1990er Jahre in einem Kloster in Österreich ereignet haben.

„Die Recherchen des Bischöflichen Ordinariats kamen nach Medienanfragen ins Rollen“, sagte ein Bistumssprecher am Donnerstag. Der heute 55 Jahre alte Mann sei nach den Recherchen des Bistums mit den Vorwürfen konfrontiert und angezeigt worden. Bei dem mutmaßlichen Opfer soll es sich um einen damals 15 oder 16 Jahre alten Jungen handeln.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre der Priester bereits zum zweiten Mal wegen sexuellen Missbrauchs auffällig geworden. 2002 hatte er sich an einem Elfjährigen vergangen und selbst angezeigt. Ein Amtsgericht verurteilte ihn zu zehn Monaten auf Bewährung. Seit dem Vorfall war der Mann von allen Aufgaben und Pflichten entbunden. Er war 2000 nach Würzburg gekommen und hatte laut Bistum einwandfreie Zeugnisse, Beurteilungen und ein positives Führungszeugnis. (dpa)