London-Marathon

Deshalb kriecht „Mr Gorilla“ 42 Kilometer durch London

Auf allen Vieren kriecht Tom Harrison alias „Mr Gorilla“ durch London, insgesamt 42 Kilometer.

Auf allen Vieren kriecht Tom Harrison alias „Mr Gorilla“ durch London, insgesamt 42 Kilometer.

Foto: www.justgiving.com/fundraising/Mr-Gorilla

Beim London-Marathon am Sonntag ging auch ein Mann im Gorilla-Kostüm an den Start. Er kriecht noch immer durch den Großstadtdschungel.

London.  Mal einfach so 42,195 Kilometer durch London kriechen. Was für viele wohl schon auf den Füßen eine Kraftanstrengung der etwas härteren Art bedeutet, absolviert ein Mann auf allen Vieren – im Gorilla-Kostüm. Beim am Sonntag gestarteten London-Marathon ist Tom Harrison zwar deutlich länger als seine Mitstreiter unterwegs, aber dafür bekommt der Polizist auch viel mehr Aufmerksamkeit. Und das nicht nur wegen seines affigen Auftretens.

Denn „Mr Gorilla“ verfolgt mit seiner kriechenden Teilnahme ein ganz besonderes Anliegen. Für „The Gorilla Organization“ will Harrison auf die vom Aussterben bedrohte Tierart aufmerksam machen, und Geld für die Tiere auf der Crowdfunding-Seite „justgiving.com“ sammeln. Ganze zwölf Stunden ist der 41-Jährige auf den Straßen der Millionenmetropole unterwegs – pro Tag.

„Mr Gorilla“ kriecht durch London

Denn während der Muskelkater bei den anderen Marathon-Teilnehmer nach dem Lauf vom Sonntag wohl längst verflogen ist, kriecht „Mr Gorilla“ noch immer durch den Großstadtdschungel. Nur abends, so zeigen es Fotos auf einem extra für die Aktion eingerichteten Twitter-Account, checkt sich Harrison in Hotels ein, leckt seine Wunden, und legt sich – für einen Gorilla total untypisch – in ein Bett, bevor er am nächsten Tag wieder auf die Straße kriecht.

Die Erholung hat sich der Familienvater redlich verdient. Sie ist auch dringend notwendig. Am Dienstag hatte Harrison nämlich erst etwas mehr als die Hälfte der knapp 42 Kilometer absolviert. Die Anstrengung wird nun auch an seinen Knien deutlich, an denen sich langsam die Haut abzieht. Harrison nimmt es mit Humor: „Diese Knie hatten ein richtiges ‘Gorilling’“, heißt es auf seinem Twitter-Account.

Viele Spenden gesammelt

Doch was motiviert den Mann, der bereits den zweiten Marathon im Gorilla-Kostüm absolviert, und damit auch schon durch die Themse geschwommen ist? Laut seiner Crowdfunding-Seite auf „justgiving.com“ will er 1750 Pfund sammeln, um damit die Arbeit von Rangern im Kongo zu finanzieren, die den immer kleiner werdenden Lebensraum der Tiere schützen wollen. Mittlerweile liegt er mit fast 20.000 Pfund an eingesammelten Spenden schon weit darüber.

Auch wenn das Ziel beim Marathon noch auf sich warten lässt, denkt er trotzdem nicht ans Aufgeben: Erst am Freitag wird Harrison vermutlich die Ziellinie überqueren. Kriechend natürlich.