Suchaktion

Nach Aufruf: Handy mit Fotos von verstorbenem Baby wieder da

Die Mutter des wenige Wochen nach der Geburt gestorbenen Liam postete einen Suchaufruf mit einem Foto ihres Kindes. Auf einem im Zug vergessenen Handy sind Bilder und Videos des Kindes.

Die Mutter des wenige Wochen nach der Geburt gestorbenen Liam postete einen Suchaufruf mit einem Foto ihres Kindes. Auf einem im Zug vergessenen Handy sind Bilder und Videos des Kindes.

Foto: Carina Hellriegel

Ein junges Paar sucht verzweifelt ein verlorenes Handy mit Fotos ihres toten Kindes. Der Suchaufruf im Netz hat schließlich Erfolg.

Bingen/Koblenz.  Acht Wochen durfte der kleine Liam nur leben – und jetzt mussten sein Eltern fürchten, dass unwiederbringliche Erinnerungen verloren sind. Carina und Mario Hellriegel aus Bacharach im Kreis Mainz-Bingen haben am Dienstag einen Facebook-Aufruf zur Suche nach einem im Zug vergessenen Handy gestartet. Fast 250.000 Mal wurde der Aufruf geteilt, als die gute Nachricht kam. Sie kann es abholen. „Wir haben es hier liegen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Koblenz unserer Redaktion.

Mario Hellriegel hatte am Dienstagmorgen in einem Zug der Mittelrheinbahn aus Bacharach nach Koblenz gesessen und war dort ausgestiegen – aber ohne sein Smartphone. „Das Handy ist mir egal“, schrieb seine Frau Carina in ihrem eindringlichen Facebookaufruf. „Es geht mir um die Bilder und Videos!!!“ Von einigen der Bilder des Kindes gibt es keine Kopien, sie wären auf immer verloren. Der kleine Junge hatte Herzprobleme, sagte die Mutter dem „Express“.

Bahn informierte alle Mitarbeiter

Ihr Facebook-Aufruf verbreitete sich so schnell, dass die Nachricht schon kurze Zeit später auch die Mittelrheinbahn erreichte – und die reagierte nach Angaben von Sprecher Christian Lohner sofort: „Um kurz nach 11 Uhr haben wir einen Aufruf an unsere Mitarbeiter gestartet.“ Kontakt zu der Familie hatte die Bahn nicht, „wir suchen den auch von uns aus nicht. Aber der Fall bewegt auch uns, und wir tun, was wir können.“

Das Zugpersonal wurde beauftragt, auch Fahrgäste zu befragen. „Es sind ja bekannte Gesichter, die immer zu den klassischen Zeiten fahren. Die wurden nachmittags auf dem Rückweg angesprochen, ob ihnen etwas aufgefallen ist.“ Ohne Erfolg. An einen möglichen Finder oder eine Finderin appellierte Hellriegel: „Habt ein Herz und schickt mir bitte die Videos und Bilder! Ich bin total fertig“ Deshalb bat sie auch um das Teilen des Beitrags.

Appell: „Habt ein Herz“

Und das mit überwältigendem Erfolg: Der Aufruf verbreitete sich wie selten zuvor ein deutscher Facebookbeitrag, viel Medien berichteten. Und so erreichte die Suche auch den Finder. Er meldete sich. Jetzt liegt das Smartphone in der Wache der Bundespolizei im Bahnhof Koblenz, im Laufe des Mittwochs wird es wieder übergeben. Genauere Angaben konnte die Bundespolizei noch nicht machen. Über die Entwicklung freue man sich aber auch.