Prozess

Steinewerfer von der A7 muss neuneinhalb Jahre in Haft

Jörg B. (2.v.r) spricht im Landgericht Ellwangen mit seinem Verteidiger und wird von Justizbeamten bewacht.

Jörg B. (2.v.r) spricht im Landgericht Ellwangen mit seinem Verteidiger und wird von Justizbeamten bewacht.

Foto: Stefan Puchner / dpa

Einen zwölf-Kilo-Stein warf ein 37-Jähriger auf die A7. Eine Familie prallte mit ihrem Auto dagegen. Nun wurde der Mann verurteilt.

Ellwangen.  Ein Autobahn-Steinewerfer ist wegen versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Ellwangen ordnete am Dienstag zugleich die Unterbringung des Mannes in einer geschlossenen Psychiatrie an.

Der 37-Jährige hatte im September vergangenen Jahres einen zwölf Kilo schweren Betonpflasterstein von einer Brücke bei Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) auf die Autobahn 7 geworfen. Kurz danach prallte der Wagen einer vierköpfigen Familie dagegen. Das Auto überschlug sich.

Mutter bis heute teils gelähmt

Die Eltern und die Kinder wurden schwer verletzt, die Mutter ist bis heute teils gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Beim Angeklagten waren schwere seelische Störungen festgestellt worden.

Das Gericht sah den Vorwurf des versuchten vierfachen Mordes sowie der schweren Körperverletzung als erwiesen an. Zudem wurde der Mann auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt.

Angeklagter drohte seinen Opfern

Während des Prozesses bedrohte der Angeklagte die Opfer seines Angriffs. „Sobald ich draußen bin, baue ich mir eine Knarre und knall dich ab!“, sagte er zum Vater der Familie .

Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 12 Jahre und 9 Monate Haft beantragt. Die Verteidigung hatte gefordert, die psychische Erkrankung stärker zu berücksichtigen und den Mann wegen Körperverletzung zu verurteilen. (dpa)