Biografie

Die Ehe mit Diana verfolgt Prinz Charles noch immer

Nach der Hochzeit am 29. Juli 1981 zeigten sich Charles und Diana auf dem Balkon des Buckhingham Palace.

Nach der Hochzeit am 29. Juli 1981 zeigten sich Charles und Diana auf dem Balkon des Buckhingham Palace.

Foto: imago stock / imago stock&people

Eine neue Biografie über Prinz Charles verrät pikante Details. Der Royal hat offenbar unter seiner Beziehung zu Lady Diana gelitten.

London.  Am Dienstag haben Prinz Charles und seine Frau Camilla Papst Franziskus in Rom getroffen. Eigentlich ein schönes Ereignis – in Charles’ Heimat aber interessiert das die Menschen nur wenig. Zeitgleich ist nämlich eine neue Biografie über den ewigen Kronprinzen erschienen. Die amerikanische Historikerin Sally Bedell Smith plaudert in „Prince Charles: The Passion and Paradoxes of an Improbable Life“ aus dem Nähkästchen.

Smith hatte Zugang zum inneren Zirkel der Königlichen Familie – Kunststück, wenn man schon eine gefeierte Biografie der Queen vorgelegt und sich über die letzten vier Jahre mit rund 300 Freunden, Dienern, Familienmitgliedern und Bekanntschaften von Charles unterhalten hat. Ihr Buch ist die erste große Biografie seit mehr als zwei Jahrzehnten und kann mit bisher unbekannten Details über seine Beziehung zu Lady Di aufwarten.

Bund fürs Leben

Seine Ehe mit Prinzessin Diana hat das öffentliche Bild des Thronfolgers mehr als alles andere geprägt. Sie stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Weniger aus Liebe, mehr aus Pflichtgefühl soll der damals 32-Jährige den Bund fürs Leben eingegangen sein. Die gerade 20 Jahre alte Diana war angeblich schon während der Flitterwochen unglücklich.

Sie „litt unter Schlaflosigkeit, wurde von Tag zu Tag dünner und weinte stundenlang“, so Bedell Smith, wenn sie sich nicht „mit ihrem neuen Ehemann zankte über dessen frühere Geliebte oder sich über die bedrückende Atmosphäre am Königlichen Hof beschwerte“. Charles kam demnach nicht zurecht mit den „emotionalen Sturmgewittern, die ihn in ihrer Heftigkeit und Plötzlichkeit schockierten“, und drängte Diana offenbar, eine Therapie zu beginnen.

Auf den Kopf gehauen

Doch nur gerade achtmal besuchte die Kronprinzessin den renommierten Psychiater Dr. Alan McGlashan, dann brach sie die Behandlung ab. Stattdessen, so steht es im Buch, begann Charles, sich von McGlashan behandeln zu lassen. Er blieb 14 Jahre lang in Therapie. Der Arzt, so Bedell Smith, diagnostizierte einen Royal, der „unverstanden war und nach wirklich spontaner, natürlicher Zuneigung hungerte“.

Diana kommt bei Bedell Smith nicht gut weg: Sie soll leidenschaftlich eifersüchtig auf Charles’ Jugendliebe Camilla gewesen sein, obwohl der Prinz ihr versicherte, dass das vorbei sei. Immer wieder sei sie auf das Thema zurückgekommen, in den außergewöhnlichsten Situationen, wie er seiner Kusine Pamela Hicks gebeichtet haben soll: Als er neben seinem Bett fürs Abendgebet kniete, wird Hicks in der Biografie zitiert, „haute ihm die Prinzessin auf den Kopf und zankte mit ihm, während er weiterbetete“.

Im Internat gemobbt

Wen wundert es, dass er in der Nacht vor der weltweit beachteten Hochzeit im Juli 1981 sogar verzweifelt in sein Kissen geweint haben soll. Aus Sicht der Biografin waren Diana und Charles psychologisch geschädigt durch eine traumatische Kindheit. Während Dianas Eltern einen Rosenkrieg ausfochten, erlebte Charles bei der Queen und Prinzgemahl Philip emotionale Distanz. Beide wurden früh, im Alter von sieben und acht Jahren, auf ein Internat geschickt und dort gemobbt.

Prinz Charles besucht von Erdbeben verwüsteten Ort Amatrice
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Diana, so Bedell Smith, sei „gequält worden von Gefühlen der Leere und Trennung. Sie fürchtete, verlassen zu werden, und hatte Schwierigkeiten, Beziehungen aufrechtzuerhalten. Charles litt im Internat als Achtjähriger an „akutem Heimweh, klammerte sich an seinen Teddybär und weinte oft, wenn er allein war“, schreibt Bedell Smith.

Kampf um die Ehe

Er wurde erbarmungslos gemobbt, denn für die anderen Jungs im Internat war es eine ideale Gelegenheit, dem künftigen König von England, beim Rugby etwa, ungestraft Saures zu geben. „Ich habe ihn niemals reagieren sehen“, zitiert Bedell Smith einen Klassenkameraden.

Ein gemeinsames Happy End blieb Charles und Diana verwehrt. Auch wenn der Prinz laut Bedell Smith lange um seine Ehe kämpfte, bevor er aufgab. 1986 nahm er seine Beziehung zu Camilla wieder auf. Erst 1996 wurde die Ehe zu Diana geschieden. Wenig später, am 31. August 1997, verunglückte sie in Paris tödlich.