Sponsoring

Bundesligisten gegen Werbung für Til Schweigers Stiftung

Der Versandkonzern Hermes will sein Logo für einen Spieltag durch Werbung für eine gemeinnützige Organisation ersetzen. Doch Vereine wie Schalke 04 und Borussia Dortmund scheinen von dem Plan nicht überzeugt.

Der Versandkonzern Hermes will sein Logo für einen Spieltag durch Werbung für eine gemeinnützige Organisation ersetzen. Doch Vereine wie Schalke 04 und Borussia Dortmund scheinen von dem Plan nicht überzeugt.

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Bongarts/Getty Images

Der Bundesliga-Sponsor Hermes wollte mit den Vereinen für Til Schweigers Stiftung werben. Doch mehrere Clubs lehnten die Aktion ab.

Berlin.  Eine gemeinnützige Aktion des Bundesliga-Sponsors Hermes sorgt aktuell für Uneinigkeit unter den Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga. Das Versandunternehmen hatte am 32. Spieltag auf das eigene Logo auf den Trikot-Ärmeln verzichten und stattdessen für die gemeinnützige „Til Schweiger Foundation“ werben wollen. Doch den gut gemeinten Plan unterstützen längst nicht alle Vereine.

Wie die „Welt“ berichtet, haben sich bisher nur 13 der insgesamt 36 angefragten Clubs zu der Werbeaktion bekannt. Zwölf Clubs lehnten die Aktion dem Bericht nach komplett ab, während weitere Vereine sich noch nicht entschieden haben.

Schalke: Ablehnung ist keine Bewertung der Schweiger-Stiftung

Das Versandunternehmen Hermes wirbt bis zum Ende dieser Saison noch auf den Ärmeln aller Vereine der 1. und 2. Bundesliga. Zwei Spieltage vor Ende der Saison hatte das Unternehmen angeregt, die Stiftung von Schauspieler Til Schweiger zu unterstützen. Die Stiftung unterstützt notleidende Kinder und Jugendliche – seit dem Jahr 2015 vor allem auch Flüchtlingskinder.

Til Schweiger eröffnet Kita für Flüchtlingskinder
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Die Aktion sei von Beginn an freiwillig gewesen. „Richtig ist, dass die 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga am 27. März von der DFL bereits mit einer Anfrage kontaktiert worden sind“, sagte ein Hermes-Sprecher. Doch warum wehren sich mehrere Bundesligisten gegen die gut gemeinte Aktion? Dem Bericht zufolge wollten die meisten ablehnenden Vereine lieber Initiativen bewerben, in denen sie selbst aktiv sind. Ein Sprecher von Schalke 04 bestätigte unserer Redaktion, dass der Verein nicht an der Aktion teilnehmen werde. Als Bewertung der Arbeit der „Til Schweiger Foundation“ wolle der Verein aus Gelsenkirchen dies aber nicht verstanden wissen. Der Club sei selbst mit seiner Stiftung „Schalke hilft!“ aktiv.

Schalker Stiftung erhält 10.000 Anfragen im Jahr

Die Schalker Stiftung wurde im Jahr 2008 gegründet und widmet sich vor allem der Aufarbeitung des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Seit dem Jahr 2015 ist die Initiative auch in der Flüchtlingshilfe aktiv und erhält nach eigenen Angaben im Jahr 10.000 Anfragen zur Unterstützung.

Auch der VFL Wolfsburg nimmt nicht an der gemeinnützigen Aktion teil. Die Wolfsburger werden weiterhin das Hermes-Logo tragen, „weil wir ... unseren erarbeiteten konzeptionellen Überlegungen folgen möchten und fest davon überzeugt sind, dass diese dann auch authentisch und stringent kommuniziert werden müssen“, heißt es von VFL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann auf Anfrage unserer Redaktion.

Auch Kritik aus der zweiten Bundesliga

Auch in der zweiten Bundesliga will nicht jeder Verein an der Aktion teilnehmen. Eintracht Braunschweig argumentiert bei der Absage ähnlich wie Schalke. „Wir werden am 32. Spieltag mit dem regulären Hermes-Badge spielen. Unsere Entscheidung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Stiftung von Till Schweiger.“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins. „Wir haben uns für das reguläre Badge entschieden, da wir mit der Eintracht Braunschweig Stiftung eine eigene gemeinnützige Stiftung haben, die sich für Kinder und Jugendliche in Braunschweig und in der Region u.a. in den Bereichen Sport, Inklusion, Integration engagiert“, so eine Vereinssprecherin.

Hermes freut sich nach eigenen Angaben derweil über jeden Club, der an der Aktion teilnehme. Zudem sei positiv, dass die „Til Schweiger Foundation“ und ihre Arbeit in der aktuellen Diskussion überhaupt wahrgenommen und gewürdigt werde. Im übrigen ist der Plan von Hermes nicht der erste seiner Art. „So war beispielsweise im November 2014 anstelle des Hermes-Logos das Logo der Deutschen Krebshilfe auf den Trikots der Mannschaften zu sehen“, heißt es aus dem Konzern.

Folgende Erstligisten tragen laut „Welt“ am 32. Spieltag das Logo der „Til Schweiger Foundation“:

• FC Bayern München

• RB Leipzig

• Hertha BSC

• Eintracht Frankfurt

• SC Freiburg

• FC Ingolstadt

• SV Darmstadt

Diese Vereine nehmen nicht an der Aktion teil:

• TSG Hoffenheim

• 1. FC Köln

• FC Schalke 04

• Bayer Leverkusen

• VfL Wolfsburg

• Hamburger SV