Atomkatastrophe

Japanisches Gericht gibt Staat Mitschuld an Fukushima-GAU

Zum sechsten Jahrestag der Atomkatastrophe marschierten vor einigen Tagen in Japan Tausende Demonstranten.

Zum sechsten Jahrestag der Atomkatastrophe marschierten vor einigen Tagen in Japan Tausende Demonstranten.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Die Fukushima-Katastrophe wäre vermeidbar gewesen, urteilen japanische Richter. Staat und Betreiberfirma hätten nachlässig gehandelt.

Tokio.  Ein japanisches Gericht hat eine Mitschuld des Staates am Atomunglück von Fukushima festgestellt. Das Bezirksgericht in Maebashi urteilte am Freitag, dass der japanische Staat und die Betreiberfirma des Unglücksreaktors sich der Nachlässigkeit schuldig gemacht hätten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Das Unglück sei „vermeidbar“ gewesen, befand das Gericht. Der Staat hätte seine Rolle als Regulator nutzen müssen, um den Energiekonzern Tepco zu Schutzvorkehrungen vor Tsunamis zu verpflichten.

Tepco zahlt Fukushima-Opfern bereits

137 Anwohner, die nach dem Atomunglück vom März 2011 ihre Wohnungen dauerhaft verlassen mussten, hatten geklagt und insgesamt 1,5 Milliarden Yen (12,3 Millionen Euro) Schadenersatz gefordert. Das Gericht sprach den Klägern 38,55 Millionen Yen zu, die von Staat und von Tepco zu zahlen seien.

Tepco zahlt Fukushima-Opfern derzeit 100.000 Yen im Monat. Menschen, die freiwillig ihre Häuser in der Region verlassen haben, erhielten einmalig 80.000 Yen. Nach der von einem starken Erdbeben und Tsunami ausgelösten Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima flüchteten Hunderttausende. Knapp 80.000 Evakuierte können aufgrund der radioaktiven Verstrahlung nicht in ihre Häuser zurück. (dpa)